Die Suche nach Antworten auf dringende Fragen endet für Kunden heutzutage fast immer bei Google. Das gilt auch für Gesundheitsthemen. Sanitätshäuser müssen im Netz daher sichtbar und für Kunden digital erlebbar sein, erklärte Google-Experte Anton Kunze in einem Webinar, dass GP im September gemeinsam mit der Berliner Digital-Agentur Sanoa veranstaltet hat.
Zum Start der einstündigen Veranstaltung erklärte Kunze die Ziele seines Vortrags: Die Zuhörenden sollen die Grundlagen von Google Business verstehen, daraus Handlungsperspektiven ableiten und am Ende konkrete Maßnahmen für sich und ihre Unternehmen ergreifen können. Die Basis für alle Aktivitäten sei ein aussagekräftiges Google-Business-Profil, um von Kunden im Internet gefunden zu werden.
Wo lauern die Wettbewerber?
Wer einmal im Internet nach Produkten sucht, die traditionell im Sanitätshaus vertrieben werden, stellt schnell fest, dass auch branchenfremde Unternehmen, wie Onlineplayer (Amazon, Otto), Multichannel-Anbieter (Baumärkte, Drogeriemärkte) oder Lebensmittelhändler rezeptfreie Hilfsmittel führen. Für das Sanitätshaus stellt sich nun die Herausforderung, wie es bei all der Konkurrenz für digital suchende Kunden sichtbar bleibt, seine Kompetenzen ausspielt und somit verhindert, dass der Kunde das benötigte Produkt per Klick und ohne Beratung bei einem digitalen Mitbewerber ersteht. Anton Kunze fasst die Problematik prägnant zusammen: „Datenverfügbarkeit ist Geschäftsentscheidend.“
Dabei schließt sich für den Google-Experten die Frage an, mit welchen Informationen Konsumenten ihre Kaufentscheidungen überhaupt treffen. Denn der Kunde sucht selten direkt nach einem Produkt – in Kunzes Beispiel einer Kniebandage –, sondern geht von seiner Indikation – Schmerzen im Knie – aus. Dafür sucht er eine Lösung. Aus Sicht des Sanitätshauses müsse ihm dann eine Kniebandage vorgeschlagen werden.
Online-Ökosysteme schaffen und pflegen
Für den Online-Wettbewerb des Sanitätsfachhandels definiert der Sanoa-Gründer drei Thesen.
- Erstens: Das Abgrenzungspotential besteht in der Regionalität und hohen Beratungs- und Versorgungsqualität.
- Zweitens: Das Online-Grundverständnis ist wichtig, nur mit einem gepflegten Online-Ökosystem kann ein erfolgreiches Google-Business-Profil entstehen.
- Drittens: Die mit dem Rezept zusammenhängenden Prozesse werden ins Digitale abwandern. Kunzes Tipp: „Lernen, ausprobieren und loslegen!“
In einem kleinen Exkurs erklärte der Digital-Experte den Google Knowledge Graph, eine Wissensdatenbank, aus der Google relevante Informationen in einer Infobox neben seinen Suchergebnissen bereitstellt. Dadurch kann der Benutzer die benötigte Antwort auf einen Blick sehen.
Google Business Profil: „First things first“
Als Handlungsreiche, was Unternehmen digital bei Google machen sollten, gilt für Anton Kunze die Faustregel „First things first“. Mit einem Google Business Profil, dessen Standortdaten korrekt und konsistent seien, habe man viel gewonnen. Dazu gehöre neben den Öffnungszeiten und den Kontaktmöglichkeiten auch ein gut gepflegter Produktkatalog, bei dem die Bildrechte geklärt und die Keywords für den Algorithmus aussagekräftig sind. Denn am Ende sollte gelten: Was der Kunde sieht, bekommt er auch.
Hinweis: Der zweite Teil des GP-Webinars findet am 18. Oktober, 11 Uhr statt. Das Thema: Die Macht der Kundenbewertungen: Auf dem Weg zu fünf Sternen. Anmeldung unter webinar@gesundheitsprofi.de.