Der Einlagen-Rohling mit dem Namen „bow“ basiert nach Angaben des Herstellers auf dem Prinzip des Windlass- beziehungsweise Seilwinden-Mechanismus der Füße. Die neue Funktion sei der natürlichen Fortbewegung nachempfunden. Sie lasse sich dank des 3D-Drucks nutzen. Vor allem Anwender mit Knick-Senkfuß könnten mit der neuen Einlage versorgt werden. Diese ist ab November im medizinischen Fachhandel erhältlich.
Das Prinzip: Beim Windlass-Mechanismus dreht sich alles um das Aufspannen des Längsgewölbes: Werden die Zehen überstreckt, bevor der Fuß beim Gehen und Laufen den Boden verlässt, verkürzt sich die Strecke vom unteren Mittelfußköpfchen bis zum Fersenbein um bis zu 1,8 Zentimeter. Die Plantarfaszie spannt sich an und das Längsgewölbe richtet sich auf – wie bei einem Bogen, dessen Krümmung sich vergrößert, während sich die Bogensehne gleichzeitig verkürzt. Dadurch gelangt der Körper in die gewünschte Vorwärtsbewegung. Bisherige orthopädische Einlagen nutzten den Windlass-Mechanismus nicht, so Medi in einer Mitteilung.
Die neue Einlage von Medi hingegen ahme den natürlichen Windlass-Mechanismus nach, was dem physiologischen Bewegungsablauf entspricht. Eine Studie belege, dass diese Einlage – anders als herkömmliche Einlagen – nicht nur in der Standphase, sondern bis zur initialen Schwungphase unterstützt. In der Abrollbewegung des Fußes komme es zu einer Supination und Aufrichtung des Mittel- und Rückfußes. Dadurch werde das Fußgewölbe stabilisiert. Somit eigne sich diese orthopädische Einlage vor allem zur Versorgung von Anwendern mit Knick-Senkfuß. Erfinder und Entwickler dieser neuen Art von Einlage sind Thomas Stief und Tino Sprekelmeyer von der Firma (ts)2 GmbH. Gemeinsam mit Medi realisierten sie das ganz neue Versorgungskonzept.
Andreas Blau-Bermes, Geschäftsführer und Inhaber von Bermes Fußorthopädie in Trier, erklärt: „Die ,bow‘ hebt die Einlagenversorgung auf ein ganz neues Niveau. Sie greift mit dem Windlass-Mechanismus genau den Punkt auf, den wir schon oft in der Firma und auch im Austausch mit Physiotherapeuten thematisiert haben.“
„Eines ist sicher: Diese Einlage kann sehr vielen Menschen helfen, wenn man sie indikationsgerecht einsetzt. Sie unterstützt die Biomechanik des Fußes und ist die ideale Symbiose aus Wissenschaft und Technik.“
Andreas Blau-Bermes, Geschäftsführer und Inhaber von Bermes Fußorthopädie in Trier
Die Einlage gebe der Branche neue Impulse, darüber nachzudenken, was sich noch verbessern lässt. „Sie ist etwas komplett Neues und unterscheidet sich von dem, was wir einst gelernt haben – im positivsten Sinne.“
Beim Gehen oder Laufen verforme sich die Einlage genauso, wie sich das Längsgewölbe bei einem gesunden Fuß aufrichtet. Dabei nimmt sie Energie auf, die beim Abheben vom Boden freigesetzt wird – wie bei einer Sprungfeder.
Die Einlage ist in den Größen 36 bis 48 verfügbar und kann mit speziell dafür vorgesehenen Elementen an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Verkaufsstart ist der 2. November 2021.