Rund 270 Ärzte, Fachhändler und Therapeuten nahmen an dem Fachkongress vom 22. bis 25. Mai im historischen Kurhaus in Baden-Baden teil. Die Veranstaltung für Lymphexperten zählt zu den hochkarätigsten dieser Art in Deutschland und war auch dieses Jahr wieder ausgebucht. Unter dem Motto "Zukunft gemeinsam gestalten – Qualitätsnetzwerke in der Lymphologie", präsentierte der Veranstalter Medi den Teilnehmern ein abwechslungsreiches Kongress-Programm.
Zahlreiche Vorträge, Workshops sowie Diskussionsrunden verdeutlichten, welch breites Feld die Lymphologie darstellt – und wie wichtig dabei der Synergie-Effekt ist. "Damit Patienten von einem möglichst erfolgreichen Therapieverlauf profitieren können, ist eine effektive Kooperation aller Lymph-Experten nötig. Dies wird nur durch Steuerung und Bündelung von Kompetenzen sowie einer regen Interaktion der Therapiebeteiligten erreicht", sagt Ilona Hoff, Leiterin des Departments Phlebologie bei Medi. "Die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und die Lymphtherapie als Konstrukt vieler wichtiger Einzelbausteine zu sehen, ist dabei essentiell. Nur so kann es zu einer effektiven Zusammenarbeit kommen. Um diese zu fördern und auf verschiedenste Weise zu optimieren, gibt es ,medi Synergie’."
Im Rahmen des wissenschaftlichen Programms war das Hauptthema das Lymphödem nach Mamma-Ca. Dr. med. Martha Földi (Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Hinterzarten) informierte unter anderem über die Veränderung von Lymphödemen bei onkologischer Behandlung. Dabei verdeutlichte sie, dass durch die Rücknahme der chirurgischen Radikalität in den vergangenen Jahrzehnten die Inzidenz des sekundären Lymphödems nach Brustkrebs deutlich gesenkt werden konnte. Trotz dieser Fortschritte stellt das Lymphödem aber weiterhin ein bedeutendes epidemiologisches und für die betroffenen Patientinnen gravierendes Gesundheitsproblem dar – mit Auswirkungen auf nahezu alle Lebensbereiche. Die aus lymphologischer Sicht bedeutendste onkologische Herausforderung in der Zukunft ist klar: Laut Dr. Földi muss die therapeutische Radikalität im Bereich Lymphabflusswege beim Mammakarzinom weiter gesenkt werden. Natürlich ohne dass dabei die onkologische Sicherheit der Patientinnen gefährdet wird.
Dass mit zunehmender Interdisziplinarität auch neue Aufgaben im Bereich Lymphversorgung entstehen, darüber referierte Silke Sippel cand. B.A. (Pädagogin und Fachkrankenschwester, Essen). Als Beispiel nannte sie die Arbeit der Breast Care Nurse (BCN) im interdisziplinären Team. Diese spezialisierte Pflegeexpertin für Brusterkrankungen erfüllt gleich mehrere Aufgaben. So ist sie nicht nur Bezugsperson für die Patientinnen im Versorgungsfall, sondern verfügt über vertieftes Fachwissen, um kompetent zu beraten und aufzuklären. Die BCN bildet zudem die Schnittstelle zwischen verschiedenen Berufsgruppen wie Ärzte, Pflegekräfte sowie Psychologen und koordiniert diese, um eine standardisierte Versorgung der Patienten zu ermöglichen. Theoretisch und praktisch verzahnt die BCN somit die gesamte pflegerische und medizinische Behandlungskette.
„medi synergie“: Netzwerken durch Erfahrungsaustausch
Vernetztes und fachübergreifendes Denken und Handeln fördert die ganzheitliche Betrachtung eines Krankheitsbildes und kann zu optimalen, effektiven und wirtschaftlichen Behandlungserfolgen führen. "medi Synergie ist eine Pflichtveranstaltung für alle, die ein Lymph-Netzwerk gründen oder ausbauen wollen", sagt Beate Schwendler, Fachärztin für Chirurgie, aus Gotha. Neben dem breitgefächerten Angebot an Vorträgen, Workshops und Plenumsdiskussionen bestand immer die Möglichkeit zu persönlichen und fachlichen Gesprächen und damit zum Ausbau des eigenen Netzwerkes. Nach einer Zusammenfassung und einem Ausblick auf das Jahr 2015 endete die Veranstaltung mit einem abschließenden Erfahrungsaustausch. Dass Medi mit der Themenauswahl und dem Veranstaltungskonzept richtig liegt, zeigen die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer.