Anfang 2022 brachte Medi die MAK Circaid Juxtafit bei lymphologischen Erkrankungen und Circaid Juxtalite bei phlebologischen Erkrankungen mit Hilfsmittelnummern auf den deutschen Markt. In der digitalen Live-Veranstaltung am 19. Januar 2022 gab Medi vertiefende Einblicke rund um die Produktvorteile. Wissenschaftliche Vorträge von Dr. Annette Erhardt und Dr. Christian Möllenhoff über eine leitliniengerechte Therapie sowie Praxiserfahrungen rundeten das Programm ab.
„Entstauung bildet die Basis in der Kompressionsbehandlung. Mit unserem Circaid Produktportfolio ist in dieser entscheidenden Versorgungsphase viel möglich – für Patienten und unser Branchennetzwerk. Mit den neu geschaffenen Hilfsmittelnummern für Circaid in der Produktgruppe PG17 sind wir einen großen Schritt vorangekommen“, eröffnete Klaus Herold, Vertriebsleitung Department Compression bei Medi, das digitale Circaid Event.
Dr. Annette Erhardt gab einen Einblick in die leitliniengerechte Kompressionsversorgung. Mit der S2k-Leitlinie „Medizinische Kompressionstherapie“ sollen vor allem Haus- und Allgemeinärzten Handlungsempfehlungen an die Hand gegeben werden. „MAK bilden eine entscheidende Säule im Behandlungspfad – vor allem in der initialen Entstauung beim Lymphödem und Phlebödem sowie bei der Therapie des venös-bedingten offenen Beins.“
Als Beispiel nahm sie die Teilnehmer des digitalen Events mit auf den Therapieweg einer lymphologischen Erkrankung: Auf die Diagnose Lymphödem durch den Arzt folgt die initiale Entstauung, in der laut S2k-Leitlinie Medizinische adaptive Kompression als Alternative zur Wickelbandagierung genutzt werden kann. In der Erhaltungsphase kann der Patient mit einem flachgestrickten Medizinischen Kompressionsstrumpf versorgt werden. „Fachhändler können den Patienten bei seiner chronischen Erkrankung so dauerhaft unterstützen und eine gute Kundenbindung aufbauen. Das Hauptziel, die Reduktion des Ödems, ist durch die MAK jetzt kontinuierlich möglich. Im Gegensatz zur Wickelbandagierung lässt sich schnell und flexibel auf Umfangsveränderungen und individuelle Bedürfnisse eingehen. Das steigert die Adhärenz der Patienten und sorgt für einen optimalen Therapieerfolg. Dazu trägt ebenfalls eine reibungslose Zusammenarbeit des Netzwerkes bei“, erklärte Dr. Erhardt.
Enger Austausch im Netzwerk
Die Rolle eines funktionierenden Netzwerks griff Dr. Christian Möllenhoff, Facharzt für Gefäßchirurgie am Gelenk- und Gefäßzentrum Mittelfranken, auf. Die Verantwortung der Therapie des Ulcus cruris venosum liege dabei in den Händen der Ärzte. Diese sollten sich eng mit den Experten aus dem Fachhandel austauschen, deren Kompetenz bei den Kompressionsprodukten sowie der Versorgung und Anleitung des Patienten und dessen Angehörigen liegen. Der Wundmanager als weiterer Akteur kümmere sich unter anderem um die qualifizierte Patientenversorgung. Auch zwischen ihm und den Sanitätshäusern bestehe eine enge Abstimmung. Im Netzwerk komme der Patient und dessen individueller Leidensweg hinzu. „Wichtig ist die Interaktion. Alle Akteure müssen miteinander kooperieren und in den Dialog treten. Wir müssen uns besprechen, einander zuhören und so auch stetig von den gegenseitigen Erfahrungen lernen“, betonte Dr. Möllenhoff.
Zudem ging er in seinem Vortrag auf seine Praxiserfahrungen sowie die Vorteile der MAK bei der Therapie des offenen Beins ein: „Die Wickelbandagierung ist ein Handwerk, das gelernt werden musste. Es konnte nur von Experten fachgerecht angelegt werden, nicht jedoch von Patienten. Diese technisch-handwerklichen Herausforderungen begünstigten eine schlechte Compliance des Patienten. Eine verbesserte Adhärenz, wie sie beispielsweise durch die Vorteile der MAK erreicht werden kann, wird positiv beeinflusst durch eine fundierte Behandlungskompetenz, einen Trage- und Handhabungskomfort, eine bessere Aufklärung und schließlich durch sicht- und fühlbare Erfolge – gerade dann, wenn Systeme eine integrierte Druckkontrolle bieten. Die Patienten profitieren vom individuell eingestellten Druck und das subjektive Empfinden kann so objektiviert werden.“
Live-Demonstration des medizinischen adaptiven Kompression
Abschließend führte Klaus Kaiser, Produktmanager bei Medi, an seiner Kollegin Sandra Rosa live das An- und Ablegen der neuen Circaid Produkte Circaid Juxtalite sowie für die obere und untere Extremität bei Circaid Juxtafit vor. Im Fokus: das modular aufgebaute Set aus MAK-Kompressionsversorgung, der Built-in-Pressure Messkarte, zwei kompressiven Socken als Wechselversorgung sowie zwei Unterziehstrümpfen zur Schonung der Kompressionsversorgung. „Darüber hinaus enthält die Circaid Juxtafit Unterschenkelversorgung das Pac Band Fußteil, mit dem sich auch bei schwerwiegenderen Ödemen eine wirksame Kompression im Vorfußbereich erzielen lässt. Im Vergleich zu Circaid Juxtalite ist das Material der Circaid Juxtafit Unterschenkelversorgung stärker und es befindet sich eine Naht im Wadenbereich, was an einen flachgestrickten MKS erinnert“, so Klaus Kaiser. Abschließend zeigte er die Armversorgung mit Circaid Juxtafit. Diese enthält eine Positionierungshilfe, die es dem Patienten ermöglicht, die Versorgung selbstständig anzulegen.
Zum Abschluss resümiert Klaus Herold: „Mit der einzigartigen Built-in-Pressure Messkarte wird es nun zum ersten Mal in der Entstauungsphase der Kompressionstherapie einfach und flexibel möglich, den richtigen Druck anzulegen und im Tagesverlauf nachzustellen – für quantifizierbare und objektivierbare Erfolge. Das gibt Versorgern und Anwendern Sicherheit.“
Zusätzliches digitales Circaid Event am 23. Februar 2022
Medi bietet am 23. Februar 2022 eine Wiederholung des digitalen Events an. Die Veranstaltung findet ab 15.30 Uhr statt. Teilnehmer haben ebenfalls die Möglichkeit, mit Medi über den Chat in den Austausch zu treten. Fortbildungspunkte sind von Medi beantragt. Weitere Informationen unter Medi.biz/Circaid-event.