Im Jahr 2012 zählte die Medica 4.554 Aussteller aus mehr als 60 Nationen und 130.600 Fachbesucher. Auf Basis des Verlaufs der Aussteller-Anmeldungen kündigt sich für dieses Jahr eine vergleichbar gute Beteiligung an, teilt die Messe Düsseldorf mit. Wie in den Vorjahren kommen die stärksten Flächenbuchungen nach Deutschland aus Italien, China, den USA, Großbritannien und Frankreich. Die Anbieter werden wieder die gesamte Bandbreite an Neuheiten für eine medizinische Versorgung in Kliniken sowie dem ambulanten Bereich präsentieren, von Medizintechnik und Elektromedizin, Labortechnik, Physiotherapieprodukten und Bedarfsartikeln bis hin zu Health IT.
Die Medica spiegelt einen generellen Trend wider, der sich auf Grund der Strukturveränderungen in den Gesundheitssystemen der meisten Nationen auch in den kommenden Jahren sicherlich noch verstärken wird, so Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, in einem Statement: "Die Einkaufsmacht konzentriert sich in den immer größer werdenden Klinikverbünden und Klinikkonzernen. Wer hier zu entscheiden hat, gleich ob aus dem medizinischen Bereich oder dem Management kommend, trägt eine besondere Verantwortung bereits auf Basis der Gesamtvolumina der zu tätigenden Investments.
Entsprechend hoch ist mit 93 Prozent mittlerweile die Entscheiderquote bei der Medica, wobei 2012 allein gut 3.000 Klinikdirektoren kamen. Ein sehr hoher Wert, wenn man bedenkt, dass Deutschland selbst gerade noch kaum mehr als 2.000 Kliniken zählt, ein Drittel davon in der Hand von (größeren) privaten Klinikketten."
Relaunch für das
Kongressprogramm
Den Konferenz-Schwerpunkt bilden Seminare zu fachübergreifenden Querschnittsthemen, wie personalisierte Medizin, geschlechterspezifische Medizin oder auch Hygiene/Infektiologie.
Als englischsprachige Programmbestandteile konzipiert, sind eine Vortragsreihe zu aktuellen Aspekten in Bezug auf individualisierte Medizin, eine Konferenz zu Katastrophen- und Wehrmedizin sowie eine Veranstaltung für die internationale Sportmedizin-Fachszene. Diese Konferenz wird thematisch den Bogen spannen von präventiven Ansätzen der Sportmedizin bis hin zu therapeutischen Maßnahmen unter Berücksichtigung des Einsatzes moderner elektromedizinischer Geräte.
Fester Bestandteil der Medica ist der 36. Deutsche Krankenhaustag. Parallel dazu werden etwa 150 bis 170 Top-Entscheider aus Europas Krankenhäusern am 20. November zur zweiten European Hospital Conference in Düsseldorf erwartet. Sie findet im Zwei-Jahres-Rhythmus statt. In diesem Jahr liegt der Fokus auf der europäischen Patientenrichtlinie sowie Haftungsfragen im Zusammenhang mit Behandlungsfehlern.
Auch die in die Fachmesse integrierten Foren greifen maßgebliche Trends auf. Dazu zählen das Health IT Forum, das Tech Forum (Entwicklungen auf dem Gebiet der Hightech-Medizin) mit jeweils auch englischsprachigen Vorträgen, das Physio Forum (Physiotherapieverfahren) sowie das 2012 von der Messe Düsseldorf und der Techniker Krankenkasse (TK) initiierte Econ Forum zu Fragen der Nutzenbewertung und Finanzierung von Innovationen.
Vernetzt, integriert, kompakt
In Bezug auf die Produktentwicklungen im Bereich der Medizintechnik haben die durch eine Expertenbefragung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bereits 2005 für die Zukunft identifizierten und durch die einschlägigen Branchenverbände immer wieder bestätigten "Mega"-Trends (Computerisierung, Molekularisierung und Miniaturisierung) in den letzten Jahren nichts an Stärke eingebüßt. Schäfer: "So schreitet der IT-Einsatz im Gesundheitsbereich immer weiter voran. Hierbei gehen allerdings nicht vorrangig von Krankenhausinformationssystemen oder Verwaltungssoftware die Wachstumsimpulse aus, sondern von der IT-Integration in den verschiedensten Anwendungsdisziplinen. Dabei ist es die Stärke der Medica, dass sie Health IT nicht isoliert thematisiert, sondern die relevanten Anknüpfungspunkte aufzeigt. Anzuführen sind etwa die Vernetzung der medizinischen Bildgebung (im Bereich der Medizintechnik/ Elektromedizin) oder Wireless-Lösungen für das Echtzeit-Monitoring von Patienten und kompakten Telemedizin-Applikationen für den Einsatz fernab von Arztpraxis und Klinikum."
Was die fortschreitende Miniaturisierung in der Medizintechnik anbetrifft, verweist Schäfer auf das Zusammenspiel von Medica und der begleitenden Messe Compamed. Beispielhaft nennt er Entwicklungen auf dem Gebiet der Implantatemedizin. "Anliegen von Ärzten ist es, den korrekten Sitz von Implantaten (z. B. Hüftgelenken) möglichst einfach überprüfen zu können. Es sind wiederum die Zulieferer in Zusammenarbeit mit Forschern, die die passenden Ideen dazu parat haben. So sind in ,intelligente’ Prothesen Beschleunigungssensoren integriert, die einen zu lockeren Sitz des Implantats erfassen und entsprechende Signale via RFID-Schnittstelle an eine Controller-Einheit übermitteln.
Nicht minder spannend sind aktuelle Arbeiten auf dem Gebiet der Neuroprothetik. Ziel ist es, die Bewegungsfunktionen nach schweren Rückenmarksverletzungen wieder herzustellen oder etwa die Symptome der Parkinsonerkrankung wirkungsvoll zu lindern. Die Realisierung dieser Neuroprothesen erfordert das Beschreiten neuer Lösungswege, die auf mikrotechnologischen und mikroelektronischen Verfahren beruhen. Hierzu gehören insbesondere flexible, implantierbare Multielektroden und mikroprozessorgesteuerte Neuroprothesen. Diese müssen geradezu Multitalente sein. Denn sie müssen in Bezug auf ihr Einsatzgebiet sowohl kabellose Energie- und Signalübertragung als auch hochentwickelte Möglichkeiten der Neurostimulation sowie neuronaler Aufzeichnung und Auswertung in sich vereinen."