Am 18. November 2025 fand im Rahmen der Medica in Düsseldorf ein CEO-Round Table statt, zu dem der Industrieverband Spectaris gemeinsam mit der Messe Düsseldorf eingeladen hatte. Ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung war die Teilnahme von EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi, der mit Vertreterinnen und Vertretern europäischer Medizintechnikunternehmen über die laufende Evaluation der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) und der In-vitro-Diagnostika-Verordnung (IVDR) sprach. Die Aussagen des Kommissars gelten in der Branche als starkes politisches Signal für die Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens in Europa.
Várhelyi betonte laut einer Mitteilung von Spectaris, dass die Medizintechnik ein strategischer Zukunftssektor bleibe und Europa auch weiterhin ein Standort sein müsse, an dem Medizinprodukte entwickelt, getestet und zugelassen werden. Jörg Mayer, Geschäftsführer von Spectaris, begrüßte die klaren Aussagen: „Die Zusage des Kommissars, Europa als starken Innovationsstandort zu sichern, ist ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung.“
Reformdruck bleibt – konkrete Entlastungen angekündigt
Trotz der positiven Signale blieb der Reformbedarf ein zentrales Thema der Diskussionsrunde. Várhelyi räumte ein, dass übermäßige Bürokratie, hohe Kosten und regulatorische Unsicherheit die Branche weiterhin erheblich belasten. Die Europäische Kommission kündigte an, bis Ende des Jahres konkrete kurz- und mittelfristige Maßnahmen vorzulegen, die die Unternehmen spürbar entlasten sollen.
Auch die Benannten Stellen brachten sich in die Debatte ein: Alexey Shiryaev, Präsident von Team NB, hob hervor, wie wichtig zusätzliche Effizienzen im System seien – etwa durch digitalisierte Prozesse oder einen frühzeitigen Dialog zwischen Herstellern und Benannten Stellen.
Spectaris bekräftigte die Dringlichkeit rascher Verbesserungen. „Die Aussagen des Kommissars sind ein wichtiges Zeichen, aber die Belastungsfaktoren für die Medizintechnikbranche sind weiterhin erheblich,“ so Mayer. „Wir brauchen spürbare und schnelle Entlastungen, damit Innovationen wieder schneller zu Patientinnen und Patienten gelangen können und Europa seine Wettbewerbsfähigkeit nicht verliert.“