Am 26. November 2025 fiel im Bundesgesundheitsministerium (BMG) der Startschuss für den sogenannten MedTech-Dialog – ein neues Format zur Weiterentwicklung der Medizintechnikbranche in Deutschland. Eingebettet in die vom Bundeskanzleramt koordinierte Pharma- und Medizintechnikstrategie, bringt der Dialog zentrale Akteure aus Politik, Industrie und Wissenschaft an einen Tisch. Ziel ist es, innerhalb eines Jahres ein ressortübergreifendes Strategiepapier zu entwickeln, das die Wettbewerbsfähigkeit der Branche stärkt und die Patientenversorgung modernisiert.
Die vier maßgeblichen Branchenverbände – Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), Industrieverband Spectaris, Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) und Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) – sehen in dem Prozess eine wichtige Chance: „Wir brauchen den Mut zu tiefgreifenden und strategischen Reformen, damit Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit als Medizintechnik-Innovationsstandort gestärkt wird“, erklärten die Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll (BVMed), Jörg Mayer (Spectaris), Dr. Martin Walger (VDGH) und Hans-Peter Bursig (ZVEI) in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Schlüsselthemen: Bürokratieabbau, Digitalisierung, Versorgungsresilienz
Die Verbände betonten die herausragende Bedeutung der Medizintechnik als Schlüsselindustrie mit globaler Spitzenposition in Forschung, Qualität und Export. Moderne Technologien seien heute unverzichtbar – von der Prävention über Diagnostik bis hin zu Robotik und personalisierter Medizin. Zugleich warnen sie vor wachsenden Risiken für die Innovationskraft: „Die Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit der MedTech-Branche sind jedoch zunehmend gefährdet: durch überbordende Bürokratie, langsame Prozesse oder schleppende Digitalisierung.“
Konkret fordern die Verbände Maßnahmen in vier zentralen Handlungsfeldern:
- Abbau bürokratischer Hürden und gezielte Deregulierung
- Schnellere Einführung von Innovationen in die Regelversorgung mit Anreizen für Ergebnisqualität
- Ausbau digitaler und KI-basierter Versorgungsangebote sowie die effektive Nutzung von Gesundheitsdaten
- Stärkung der Resilienz in sicherheits- und verteidigungsrelevanten Versorgungssituationen
„Deutschland steht in einem harten Wettbewerb um Investitionen und Top-Talente. Um Innovationen hier zu entwickeln, benötigen wir international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Der ressortübergreifende Strategieprozess ist dafür der richtige, ganzheitliche Ansatz“, betonen die vier Verbände.
Der MedTech-Dialog ist ein Baustein eines umfassenderen Reformprozesses, der mit einer Auftaktveranstaltung zur Pharma- und Medizintechnikstrategie am 12. November im Kanzleramt gestartet wurde. Die Ergebnisse des aktuellen Dialogs sollen bis Ende 2026 in ein verbindliches Strategiepapier münden.