Nestwärme e.V. ergänzt seine bisherigen Bildungs-Angebote zum Thema mentale Gesundheit / Resilienz und konzipiert aktuell die Inhalte für eine E-Learning-Plattform. Diese vereint laut dem Verein aus Trier für die belasteten Familienmitglieder und ehrenamtlichen Unterstützer alle Vorteile des autonomen sowie mobilen Lernens. Ziel ist es, ein passgenaues Lern- und Unterstützungsangebot bereitzustellen, das den unterschiedlichen Lernbedürfnissen und -präferenzen gerecht wird: Die Lernenden holen sich, was sie brauchen, wann sie es brauchen und nutzen die Inhalte in ihrem eigenen Tempo. Maßgeblich gefördert wird das Projekt über 2,5 Jahre im Rahmen der Förderinitiative Fondation Peters – einer Initiative der Fondation Peters und Phineo.
Einen starken Partner hinsichtlich der Technologie einer digitalen Lernplattform konnte nestwärme mit der Avallain AG gewinnen. Das Unternehmen aus der Schweiz, Vorreiter im Bereich der digitalen Bildung, ist ein Premiumanbieter mit internationalen Kunden wie der Oxford University Press oder der Charité Berlin. Avallain stellt nach der Finalisierung der Lerninhalte die Technologie der E-Learning-Plattform für die Kernzielgruppe der Familien mit schwerkranken Kindern kostenfrei zur Verfügung.
Der Aufbau einer E-Learning- Plattform ist jetzt ein wichtiger Schritt, um die Resilienz-Schulungen noch mehr Menschen zugänglich machen zu können und gleichzeitig den Bedürfnissen der Zielgruppen noch besser gerecht zu werden. „Die Erfahrung zeigt, dass belastete Personen kaum in der Lage sind, längere Zeit am Stück konzentriert zu lernen oder gar ein Training zu absolvieren“, erklärt die Nestwärme-Mitgründerin und Geschäftsführerin Petra Moske. „Wichtig ist daher, dass die Module in den Alltag eingebettet werden und unsere Nutzer orts- und zeitunabhängig selbstgesteuert Lernen können. Wir werden vorhandene und neue Inhalte intern als Micro-Learning-Einheiten von maximal zehn Minuten aufbereiten. Darüber hinaus wollen wir aber auch den Erfahrungsschatz der Familien und Ehrenamtlichen nutzen: Wir ermöglichen ihnen, über die Option des sogenannten user-generated Content zusätzlich selbst Lerninhalte einzustellen, und erweitern so Akzeptanz, Attraktivität und Adaptivität unserer Plattform. In der Community können sich alle vernetzen und austauschen“, so Moske weiter.
Diskussionen unter Teilnehmenden sollen das Verstehen und die weitere Auseinandersetzung mit den behandelten Themen fördern. In der ersten Projektphase stehen den Lernenden zudem Ansprechpartner für Rückfragen zur Verfügung. Damit bei der Fülle von möglichen Inhalten jede und jeder Einzelne ohne langes Suchen schnell die passenden Inhalte bekommt, ist in der 2. Projektphase das sogenannte „Adaptive Learning“ als Herzstück der Plattform geplant: Die Lernenden durchlaufen einen personalisierten Lernprozess, in dem Algorithmen ihr Verhalten auswerten und daraufhin die genau passenden Inhalte präsentieren.
„Ideal wäre, wenn mit Hilfe unserer Plattform alle Teilnehmenden ihre eigenen Herausforderungen und Bedürfnisse sowie die der Familie, der Kinder und Jugendlichen erkennen und wissen, welche Bewältigungsstrategien, Übungen und Praktiken für sie geeignet sind“, erläutert Petra Moske die Motivation hinter dem Projekt. „Wir wollen erreichen, dass die psychosoziale Gesundheit der Teilnehmenden sowie der Kinder und Jugendlichen stabil ist, dass sie offen miteinander kommunizieren können, eine gute Bindung zueinander haben, wertschätzend miteinander umgehen, in Krisenzeiten funktionale Coping-Strategien anwenden können und insgesamt optimistisch in ihre Zukunft schauen. Begleitet werden sie von Ehrenamtlichen, die in der eigenen Resilienz gestärkt und so in der Lage sind, Eltern, Kinder und Jugendliche bei deren Resilienz-Arbeit zu begleiten“, so die Zukunftsvision der Resilienz- Expertin.