Mehr als ein Drittel der Befragten beschrieb das Verhältnis zu den Kassen als "schlecht" oder sogar "sehr schlecht". Gemischte Gefühle haben rund 60 Prozent der Befragten und nur jeder 20. bewertet das Verhältnis als "gut". Das teilt die ACA Müller ADAG Pharma AG mit. Das Unternehmen ist Initiatorin des ACAlert, der sich Themen rund um die Apotheke widmet und die öffentliche Debatte zur Rolle der Apotheke bei der Gesundheitsversorgung fördern soll. Die Befragung wurde online vom Mitte 2016 durchgeführt. 305 Apothekerinnen, Apotheker und PTA nahmen daran teil.
Dass Krankenkassen viel Leistung zum geringsten Preis haben wollen, vermuten 86,2 % der Befragten in den Apotheken. 79,3 % gaben an, dass die Marge der Apotheken weiter reduziert werden solle. Zudem sind 96,4 % überzeugt, dass die Krankenkassen ihre Rabattverträge weiter ausbauen möchten.
Die Rolle der Krankenkassen im Zusammenspiel von Leistungserbringern, Patienten und Versicherten wird in den Apotheken kritisch gesehen. 77,4 % der Befragten sind überzeugt, dass Kassen Patienten steuern wollen, 90,2 % vermuten sogar, dass die Kassen die komplette Versorgung der Menschen steuern wollen.
Die Mehrheit unter den teilnehmenden Apothekern und PTA traut den Kassen auch in anderer Hinsicht nicht über den Weg. So denken 51,5 %, dass die Kassen eine vollständige Marktliberalisierung anstreben, weitere 25,9 % sehen hier wenigstens eine teilweise Gefahr.
Arne Nielsen, Vorstand der ACA Müller ADAG Pharma AG, sagt: "Faktisch gibt es kein Vertrauensverhältnis mehr zwischen Krankenkassen auf der einen und Apothekenteams auf der anderen Seite. Das gefährdet die Zukunft der Arzneimittelversorgung. Krankenkassen sollten nicht gegen die Apotheken, sondern mit den Apotheken arbeiten."