Das Forschungsprojekt „Patientenbriefe nach stationären Aufenthalten“ wurde durch den Innovationsfonds der Bundesregierung gefördert, am Herzzentrum Dresden Universitätsklinik durchgeführt und durch die Technische Universität Dresden evaluiert. Jetzt liegt der Evaluationsbericht vor – mit der Empfehlung, automatisiert erstellte Patientenbriefe in die Regelversorgung zu übernehmen, teilt „Was hab ich?“ mit.
Patienten des Herzzentrums Dresden erhielten nach ihrem Krankenhausaufenthalt laienverständliche Entlassbriefe. Das Besondere: Die Patientenbriefe wurden nicht vom medizinischen Klinikpersonal geschrieben, sondern mittels der von „Was hab‘ ich?“ entwickelten Software vollautomatisiert erstellt.
Die Wirkung der Patientenbriefe untersuchte der Bereich Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden in einer randomisierten kontrollierten Studie mit 738 Teilnehmenden. Die Evaluation belegt, dass sich Patientenbriefe signifikant positiv auf die Gesundheitskompetenz auswirken. Die Studie zeigt, dass Patientenbriefe von den meisten Patientinnen und Patienten ausführlich gelesen (93 %) sowie als verständlich (95 %), informativ (93 %) und hilfreich (93 %) bewertet werden. Die TU Dresden empfiehlt daher eine Übernahme von automatisiert erstellten Patientenbriefen in die Regelversorgung.
Gleichzeitig habe das Forschungsprojekt den Nachweis erbracht, dass Patientenbriefe effektiv in das Entlassmanagement von Kliniken integriert werden können. Die Patientenbrief-Software setzt die Patientenbriefe individuell auf Basis der in der Klinik vorliegenden Diagnose- und Prozeduren-Codes zusammen. Dafür greift sie auf über 20.000 ärztlich erstellte, qualitätsgeprüfte Textbausteine zu. Durch die Komplett-Automatisierung konnten die Entlassbriefe ohne zusätzlichen Zeitaufwand für das medizinische Personal erstellt werden.
„Aktuelle Studien zeigen, dass große Teile der Bevölkerung erhebliche Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen haben – entsprechend groß ist der Bedarf an Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz. Mit dem Patientenbrief haben wir eine sehr einfache und zugleich eindrücklich wirkungsvolle Möglichkeit, die Gesundheitskompetenz zu steigern! Aus unserer Sicht würde das gesamte Gesundheitswesen nachhaltig davon profitieren, wenn es zukünftig selbstverständlich ist, dass Patientinnen und Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus einen individuellen, verständlichen Entlassbrief erhalten.“
Ansgar Jonietz, Mitgründer und Geschäftsführer der „Was hab‘ ich?“ gGmbH
„Leicht verständliche Entlassbriefe unterstützen beim Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung. Es ist eine wertschätzende Kommunikation, die auch Angehörigen hilft. Die Patientenbriefe wurden sowohl von unseren Patient:innen als auch von unserem medizinischen Personal sehr positiv bewertet, daher ist es für uns selbstverständlich, sie auch weiterhin anzubieten.“, sagt Jörg Scharfenberg, Geschäftsführer des Herzzentrums Dresden.