Nach einer Begrüßung durch RSR-Geschäftsführer Thomas Piel präsentierten der GbR-Geschäftsführer Dino Voßloh, Thomas Piel und die RSR-Prokuristin Simone Maisch den den Geschäftsbericht für das Jahr 2021. Dieser ist einerseits von den Auswirkungen der Pandemie geprägt und andererseits von Arbeiten am neuen gemeinsamen Vertragsportal von RSR und Sanitätshaus Aktuell. Ein wichtiges Thema des Jahres 2021 waren die pandemiebedingt steigenden Preise in den Bereichen Reha und Medizintechnik, die sich laut RSR nur zum Teil in den verhandelten Verträgen abbilden ließen.
Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Neuwahl der zuvor entlasteten ehrenamtlichen GbR-Geschäftsführer. Dino Voßloh (RSC-Reha-Service-Center, Iserlohn), Robert Schulze (Reha-Activ, Rösrath) und Thorsten Müller (Sanitätshaus Müller, Lemgo) stellten sich erneut zur Wahl und wurden einstimmig für die Wahlperiode bis 2025 wiedergewählt.
RSR: Fachtagung dreht sich um Digitalisierung
Im Rahmen der Fachtagung stellten Theresa Dehm und Romy Keppler die zentrale Gesundheitsplattform Gesund.de vor. Diese soll Patienten mit Haus- und Fachärzten, Apotheken, Heil- und Hilfsmittelerbringern und weiteren lokalen Gesundheitsversorgern vernetzen. In der aktuellen Ausbaustufe sind die Apotheken angebunden. In weiteren Schritten werden unter anderem Heil- und Hilfsmittelerbringer einbezogen. Am Beispiel eines fiktiven Sanitätshauses zeigten Theresa Dehm und Romy Keppler, wie deren Angebot in der App integriert und nutzbar gemacht werden soll. Für die Leistungserbringerseite wird der Zugang über ein „Cockpit“ angeboten. Hier können z. B. der datenschutzkonforme Kontakt zu Kunden abgewickelt, alle zentralen Prozesse gemanagt und Einstellungen für die Sichtbarkeit auf gesund.de vorgenommen werden.
Marcus May von der Compugroup Medical zeigte, wie Arztpraxen von der Digitalisierung profitieren können. Er konstatierte Veränderungen der Strukturen im Gesundheitswesen: So gebe es u. a. weniger Einzelpraxen und mehr medizinische Versorgungszentren, mehr Frauen im Arztberuf und mehr Akteure in Teilzeit. In diesem sich verändernden Umfeld vernetze die Telematikinfrastruktur alle Akteure und ermögliche ihnen einen sicheren, sektorenübergreifenden Austausch.
Digitales Entlassmanagement
Birgit Dehn von Sanitätshaus Aktuell berichtete über das digitale Entlassmanagement im Krankenhaus. Sie erläuterte den aktuellen Stand beim Krankenhauszukunftsgesetz, bei dem es u. a. um Patientenportale für digitales Aufnahme- und Entlassmanagement, die digitale Pflege- und Behandlungsdokumentation, klinische Entscheidungsunterstützungssysteme oder telemedizinische Netzwerkstrukturen geht. Insgesamt wurden demnach für Projekte in diesem Bereich bundesweit 4,38 Mrd. Euro Fördergelder bewilligt.
Birgit Dehn präsentierte die digitale Entlass- und Überleitungsplattform Caseform, bei der Sanitätshaus Aktuell zusammen mit der Nubedian GmbH die Anforderungen für die Suche von Leistungserbringern im Hilfsmittelbereich mitgestaltet hat. Die Krankenhäuser profitierten demnach von der Integration der digitalen Hilfsmittelsuche in das System und gingen damit den nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung. Vorteil: Die Hilfsmittel werden aus dem Hilfsmittelverzeichnis der GKV angezeigt, die Auswahl der richtigen Hilfsmittel für den Hilfsmittelrundruf sei gewährleistet und aktuell. Gleichzeitig biete das System höchste Standards in Anwenderfreundlichkeit, Flexibilität und Sicherheit.
Präsentationen von Andreas Söntgerath von Schwarzwild Marketing zum Thema „Google my Business“ und Dr. Lennart Lenk vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein zu „Herausforderungen in der Kinderleukämieforschung im zeitlichen Wandel“ rundeten die Fachtagung ab.
„Wir haben bei unserer diesjährigen Fachtagung hochinteressante und für unsere Branche sehr nützliche Präsentationen gesehen und gehört. Insbesondere die Ideen für die Zukunft der Hilfsmittelversorgung haben uns sehr inspiriert und wurden im Anschluss lebhaft diskutiert.“
RSR-Geschäftsführer Thomas Piel