Die Führung von Mitarbeiter ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Davor wartet allerdings eine zunehmend größere Herausforderung auf die Sanitätshäuser und orthopädietechnischen Betriebe: die Deckung ihres Personalbedarfs.Der Orthopädietechniker ist inzwischen offiziell als Mangelberuf anerkannt, leitete Alf Reuter, Vorstandsmitglied des Bundesinnungsverbands für Orthopädietechnik (BIV-OT), in seine Ausführungen ein. Den Jugendlichen stünden heute mehr Mehrmöglichkeiten als früher offen. Für die Orthopädietechnik heißt das: "Wir müssen aus der antiquierten Ecke heraus."
Die Chancen dafür sind zweifellos vorhanden. "Die Kombination von Wissen und handwerklichem Geschick macht den Kick des Berufes aus", fasste Reuter das Pfund der Branche zusammen, um einer drohenden Überakademisierung entgegenzusteuern. Der Fachkräftemangel ist vorhersehbar. Ein Ausbildungsjahrgang in der Orthopädietechnik umfasst bundesweit derzeit 320 und 350 Auszubildende. In Hessen sind es 30 bis 34, in Thüringen gerade einmal 19. "Diese Zahlen sollten alarmieren", so Reuter.
Als ein Problem im Betriebsalltag bezeichnete Reuter den fehlenden Respekt vor den Azubis. Sprüche wie "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" oder "Einer muss ja kehren" könne sich keiner mehr leisten.Azubis sind Chefsache, ist Reuter überzeugt. Die notwendigen Spezialisten würden nicht geboren, sondern gemacht. Die Unternehmensleitung müsse ihre Azubis auf diesem Weg begleiten.
Erfolgsfaktor Führungsgrundsätze
Nicht nur bei Outsourcing-Maßnahmen, sondern generell kommt es auf die Mitarbeiterführung an. Rainer Volkmer macht den grundsätzlichen Unternehmenserfolg daran fest. Voraussetzung für eine gute und effiziente Führung sind dahinter liegende Grundsätze, die im Alltag gelebt werden. Diese Richtlinien regeln das Verhalten zwischen Führungskräften und Mitarbeitern im Normalfall. Sie bieten allen Beteiligten Orientierung. Die Führungskräfte wissen, welche Aufgaben sie wie zu erledigen haben. Und die Mitarbeiter wissen, was sie erwarten können.
Die generelle Wertschätzung der Mitarbeiter sowie die Übernahme von Verantwortung stehen an oberster Stelle. Dazu addieren sich sechs Prinzipien:
Ergebnisorientierung: Neben betriebswirtschaftlichen Kennzahlen sind die Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit wichtige Parameter
Konzentration auf das Richtige: Nach der "80/20-Regel" müssen die richtigen Prioritäten gesetzt werden. Volkmer: "Das ist die Königsdisziplin im Management."
Gegenseitiges Vertrauen. Man macht, was man verspricht, und fordert ein, was vom gegenüber versprochen wurde.
Stärken nutzen. Volkmers Lieblingsgrundsatz, denn: "Das habe ich jahrelang falsch gemacht. Wir müssen die Stärken unserer Mitarbeiter erkennen und nicht an den Schwächen herumfummeln. Das funktioniert nicht."
Konstruktiv denken.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Abteilungsegoismen verbieten sich, Cross-Selling wird gefördert.
Die oberste Führungsebene müsse diese Grundsätze vorleben, über alle Kommunikationswege bei den Mitarbeitern im Kopf verankern und anhand von Beispielen immer wieder erklären.
Eine ausführliche Berichterstattung findet sich in der November-Ausgabe von GesundheitsProfi.