Fünf Komponenten
Für die weiteren vier Komponenten hatte Sana die Aufträge bereits vergeben. Auf Doctolib fiel die Wahl beim Terminmanagement und der Videosprechstunde. Diese Komponente ermöglicht eine schnelle und intuitive Terminbuchung rund um die Uhr. Für Sana ist damit eine höhere Verbindlichkeit bei Terminen verbunden, und Ersatztermine lassen sich so leichter koordinieren. Auch die niedergelassenen Ärzte profitieren davon, da sie als Zuweiser schneller und besser Termine buchen können. Informationsgespräche zur geplanten Behandlung können auch per Video erfolgen und ersparen Patienten somit Wege und Aufwand.
Der Auftrag für das Entlassmanagement ging an die Recare Deutschland GmbH. Aufgrund des großen Netzwerks an Nachversorgern kann sich die Verweildauer im Krankenhaus verringern – im Sinne der Patienten und einer besseren Bettenauslastung des Krankenhauses. Reha-Einrichtungen und Sanitätshäuser werden ebenfalls eingebunden, so dass die Zeit nach einer stationären Behandlung schon während dieser organisiert werden kann – inklusive Termin bei nachsorgenden Ärzten über die Terminbuchung via Doctolib.
Augenmerk auf Datensicherheit
Sozusagen unter der Motorhaube wirken Komponenten der Firmen VISUS Health IT GmbH und der InterSystems GmbH. Letztere stellt den Datenspeicher für patientenbezogene klinische Gesundheitsdaten. Dabei werden Daten aus mehreren Quellen gesammelt und für verschiedene Zwecke zur Verfügung gestellt – unter zentraler Zugriffskontrolle für die gesamte Systemlandschaft und in standardisierten Formaten. Ziel ist es, herstellerunabhängig Daten vorzuhalten und wieder zu nutzen, bei hoher Datenqualität und -verfügbarkeit.
Dafür bedarf es auch eines großen Archivs. Dieses wird von VISUS gestellt. Das zentrale Datenspeichersystem dient dazu, Daten langfristig zu erhalten und zu schützen. Dabei handelt es sich um digitale Inhalte unterschiedlicher Art: Texte, Bilder, Tabellen, Dokumente und weitere Dateien. Diese Daten werden in standardisierten und interoperablen Formaten gespeichert, so dass auch andere Systeme darauf zugreifen können.
Das Patientenportal „MeineSana“ wird zu großen Teilen finanziert durch Mittel des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG), das sich aus Geldern des Bundes und der Länder sowie der Europäischen Union speist. Der Fördertopf ist insgesamt mit 4,3 Milliarden Euro dotiert, wovon die Länder 1,3 Milliarden Euro beisteuern. Die Sana Kliniken AG hat insgesamt Fördermittel im Umfang von 100 Millionen Euro aus dem KHZG beantragt und bewilligt bekommen.