GP: Wird Sana in den nächsten Jahren mehr Sanitätsfachgeschäfte übernehmen als in der Vergangenheit? Wie sieht Ihre Wachstumsstrategie aus?
Blanz: Wir sind nicht getrieben in Sachen Zeit und Wachstum. Wir investieren lieber ein bisschen mehr Zeit in ein stabiles Fundament. Unser Ziel ist, unsere Gesellschaften bestmöglich auszustatten, weniger eine jährliche Quote zu erfüllen. Wir sind offen für Kooperationen. Ich glaube, dass wir ein sehr interessanter Partner für Sanitätshäuser sind, die eine langfristige Perspektive haben möchten. Gespräche führen wir derzeit viele, ohne dass wir uns irgendeinem Druck ausgesetzt fühlen. Die Investition muss zum Portfolio passen. Es geht uns um integrierte Lösungen für den Patienten. Der Patient bestimmt, was sinnvoll ist.
Wir haben eine langfristige Perspektive und wollen die richtigen Partner mit dem größtmöglichen „Fit“ mit an Bord haben. Wir sind nicht getrieben durch kurzfristige Erfolge. Unsere Eigentümer, private Krankenversicherer, denken in langfristigen und nachhaltigen Zyklen. Die Frage lautet deshalb bei uns: Wer will als Unternehmer mit uns ein neues Kapitel für sein Unternehmen aufschlagen? Das ist mit uns möglich.
GP: Stichwort Fit: Wie sieht der ideale Übernahmekandidat für Sie aus? Kommt es auf den Klinikstandort oder die Spezialisierung auf einen bestimmten Geschäftsbereich an?
Blanz: Als erstes geht es um die Mentalität als Unternehmer, die ihren Fokus auf die Patienten weiter entwickeln wollen. Außerdem sollten sie eine gewisse Größe mitbringen und regional zu uns passen. Wenn es das Ziel ist, alles aus einer Hand anzubieten, muss natürlich auch das Portfolio eine gewisse Tiefe haben. Grundsätzlich sind die Einrichtungen und Unternehmen, die für uns interessant sind, Vollsortimenter. Dabei reden wir über die Orthopädie- und Rehatechnik sowie den Sanitätshausbereich. Wo wir bisher nicht so stark aufgestellt sind, ist das Thema Homecare. Hier liegt nicht unser Fokus.
GP: Das überrascht mich. Ich hätte gedacht, das Thema passt gut zu Sana.
Blanz: Da liegen Sie absolut richtig. Aber, wie gesagt, wir planen langfristig. Natürlich macht es Sinn, über dieses Thema irgendwann noch einmal dezidiert zu sprechen. Bei den Unternehmen, die sich uns bisher angeschlossen haben, stand das Thema Homecare nicht im Fokus der unternehmerischen Aktivitäten. Das heißt aber nicht, dass wir uns damit nicht perspektivisch auseinandersetzen.