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Schlaganfall-Hilfe setzt auf “Lotsen”

Schlaganfall-Hilfe setzt auf “Lotsen”

Schlaganfall-Patienten sollen in Deutschland nach dem Klinikaufenthalt künftig besser versorgt werden. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe möchte dafür bundesweit so genannte "Schlaganfall-Lotsen" etablieren.

Mit 270.000 Betroffenen jährlich ist der Schlaganfall eine der großen Volkskrankheiten. Akut und in der Rehabilitation sind Schlaganfall-Patienten gut versorgt, teilt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mit. Doch in der häuslichen Nachsorge gingen viele Effekte verloren. Patienten seien oft überfordert. Was ihnen fehlt, sei eine sektorenübergreifende Organisation ihrer Behandlung mit einem festen Ansprechpartner. Hausärzte seien mit dieser Aufgabe in der Regel zeitlich überfordert.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bringt daher ein so genanntes Case Management mit einem Schlaganfall-Lotsen als mögliche Lösung in Spiel. Der Lotse berät die Patienten, bis sie in der Lage sind, ihre weitere Versorgung selbst zu organisieren. Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe führte bereits ein Projekt mit Schlaganfall-Lotsen in ihrer Heimatregion Ostwestfalen-Lippe durch. Nun soll durch ein Folgeprojekt mit deutlich mehr Patienten der positive Effekt der Lotsen-Betreuung wissenschaftlich nachgewiesen werden.

In den vergangenen Jahren sind in Deutschland verschiedene regionale Projekte mit ähnlichen Ansätzen entstanden. Seit 2011 läuft in Dresden ein Lotsenprogramm. Eine erste Evaluation zeige laut Schlaganfall-Hilfe, dass die so betreuten Patienten weniger wiederholte Schlaganfälle erleiden und eine höhere Lebensqualität haben.

Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, sagt: "Ich sehe uns auf dem richtigen Weg, das bestätigen uns alle Beteiligten. Unser Netzwerk wird immer größer. Gemeinsam werden wir in den kommenden Jahren immer mehr Nachweise liefern. Ich kann ich mir nicht vorstellen, dass man an diesem Versorgungsmodell noch vorbeikommt."

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