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Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit

Spahn verteidigt Pläne zur elektronischen Patientenakte

Spahn verteidigt Pläne zur elektronischen Patientenakte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Foto: Joachim Schmidt-Domine, Studio Schmidt-Domine Duesseldorf)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin Kritik an seinen Plänen für die elektronische Patientenakte zurückgewiesen.

Spahn bestätigte laut einer Mitteilung der Kongressveranstalter in seiner Eröffnungsrede am 21. Mai in Berlin, was Medien zuvor berichtet hatten: Zunächst, so Spahn, könne man ab 2021 noch nicht für jeden Arzt individuell festlegen, welche Inhalte der Patientenakte zur Ansicht freigegeben sind. „Ja, das ist wünschenswert, ja, da wollen wir auch hin, aber das klappt im ersten Schritt noch nicht. Aber im Rahmen dessen, was ich gerade beschrieben habe, ist die Hoheit beim Patienten“, so der Minister. Er wäre dankbar, fügte Spahn hinzu, „wenn diejenigen Gesellschafter der Gematik, die im Dezember einstimmig genau das beschlossen haben, was jetzt in den Medien kritisiert wird, nicht auf Twitter jetzt den Minister kritisieren würden, sondern stehen würden zu dem, was sie einstimmig beschlossen haben.“

Spahn verteidigte das Tempo, mit dem er die Einführung der elektronischen Patientenakte vorantreibe. Unter Verweis auf niedrigere Datenschutzniveaus in anderen Ländern betonte der Minister: „Ich möchte einfach nicht warten, bis das alles irgendwie kommt – aus USA oder, noch viel problematischer, aus China.“

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist mit mehr als 8.000 Entscheidern aus Politik, Verbänden, Gesundheitswirtschaft und -management, Versicherungen, Wissenschaft, Medizin und Pflege die jährliche Leitveranstaltung der Branche. An drei Tagen treten in rund 150 Einzelveranstaltungen über 600 Referenten auf.

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Tobias Kurtz / 21.05.2019 - 16:25 Uhr

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