Das Positionspapier enthält Empfehlungen, wie Bürokratie abzubauen, eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen und Versichertenbeiträge stabil zu halten sind. “Die Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln ist ein zentraler Baustein unseres Gesundheitssystems. Um die politisch gewünschte Ambulantisierung zu forcieren, die langfristige Finanzierbarkeit der Hilfsmittelversorgung sicherzustellen und die Versorgung der Patienten zu verbessern, sind die von uns geforderten Maßnahmen dringend erforderlich”, erklärt Sven Koppelwiser, Sprecher der Arbeitsgruppe Hilfsmittel bei Spectaris.
Die Entwicklung hin zu mehr ambulanten Eingriffen und weniger und kürzeren stationären Aufenthalten stelle die Hilfsmittelversorgung vor neue Herausforderungen. Dank Beatmungsgeräten, Pflegebetten, Orthesen und vielen anderen Hilfsmitteln ist die Therapie und Pflege der Patienten im häuslichen Umfeld sichergestellt. Dies schaffe die Grundlage dafür, dass medizinische Eingriffe ambulant durchgeführt oder Patienten nach einem Eingriff in ihrer häuslichen Umgebung weiter versorgt werden können. “Die Entlastung der stationären Strukturen gelingt nur durch eine Stärkung der ambulanten Versorgung. Patienten und Pflegende benötigen dafür sichere Strukturen und schnelle Entscheidungen. Nur so können wir langfristig Versorgungslücken schließen und die Patientenversorgung sicherstellen,” betont Koppelwiser,
Zu den von Spectaris geforderten Maßnahmen gehören der Abbau von Bürokratie durch standardisierte, allgemeinverbindliche Rahmenverträge, die Einführung eines einheitlichen und ermäßigten Mehrwertsteuersatzes in Höhe von 7 Prozent für alle Hilfsmittel sowie die gesetzliche Verankerung eines indexbasierten Kostenausgleichs, um die Unwirtschaftlichkeit ganzer Versorgungsbereiche zu verhindern. Zudem fordert Spectaris eine schnellere Integration innovativer Hilfsmittel und Versorgungskonzepte in die Regelversorgung sowie die verstärkte Nutzung der Digitalisierungspotenziale in der Hilfsmittelversorgung.
Hilfsmittelversorgung als Schlüssel für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem
Neben konkreten Maßnahmen richtet Spectaris einen Appell an die nächste Bundesregierung. Koppelwiser betont: „Die demografische Entwicklung und der wachsende Bedarf an ambulanter Versorgung machen es unverzichtbar, die Hilfsmittelversorgung effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Gleichzeitig dürfen die Patientensicherheit und die Qualität der Versorgung nicht beeinträchtigt werden. Unsere Maßnahmen stellen eine Balance zwischen effektiven Kostendämpfungen und hoher Versorgungsqualität her.“
Das Positionspapier soll als Weckruf für die Politik dienen, die Hilfsmittelversorgung verstärkt mitzudenken. Ziel müsse es sein, Patientinnen und Patienten eine bessere Versorgung zu ermöglichen und gleichzeitig die Innovationskraft der Branche zu sichern.