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Ambulante Versorgung

Spectaris: Schutzausrüstung muss endlich ankommen

Spectaris: Schutzausrüstung muss endlich ankommen Hubertus Lasthaus (Foto: Ole Bader/sandwichpicker.com)

Der Industrieverband Spectaris und der Deutsche Pflegeverband (DPV) warnen: „Entscheidender Teil des Gesundheitssystems könnte wegbrechen“

Die Mitarbeiter der Homecare-Provider in der respiratorischen Heimtherapie, aber auch im Sanitätsfachhandel und im Orthopädie- und Rehatechnikbereich schlagen Alarm: Immer noch fehlt laut einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Verbände Spectaris und DPV Schutzausrüstung, insbesondere Schutzmasken und Desinfektionsmittel.

„Die Politik muss hier zügig handeln und bei der Verteilung von Schutzausrüstung neben den Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeheimen auch die ambulanten Versorgungsbereiche berücksichtigen. Bislang fühlen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der ambulanten Hilfsmittelversorgung allein gelassen“, betont Hubertus Lasthaus, Mitglied im Vorstand Medizintechnik bei Spectaris. Ziel müsse es sein, sämtliche Personen, die in unmittelbaren Kontakt mit Risiko-Patienten kommen, mit Schutzausrüstung zu versorgen, damit die von ihnen versorgten Patienten und sie selber nicht angesteckt werden.

Insgesamt leiden in Deutschland etwa 450.000 Menschen so schwer unter Atemwegserkrankungen, dass sie außerklinisch mit medizinischem Sauerstoff (365.000 Patienten) versorgt oder beatmet (85.000 Patienten) werden müssen. „Diese Patienten sind durch das Coronavirus besonders gefährdet. Daher kommt dem Schutz dieser Patienten herausragende Bedeutung zu“, so Lasthaus.

Ralf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes (DPV), ergänzt: „Wir brauchen keine Erklärungen über Transportdefizite, sondern umgehend die Schutzausrüstung zum Schutze der Patienten und Leistungserbringer! Gerade im Versorgungsbereich bei Patienten mit respiratorischen Defiziten ist dieses überlebensnotwendig!“

Schutzausrüstung werde darüber hinaus auch im Sanitätsfachhandel und bei Leistungserbringern aus dem Orthopädie- und Rehatechnikbereich dringend benötigt. Viele Kunden, die mit einer Prothese, einem Rollstuhl oder mit Kompressionsstrümpfen versorgt werden, sind bereits älter und bringen zusätzlich oft andere Vorerkrankungen mit, was sie zu einer Risikogruppe für COVID-19 macht. Bei der Anpassung dieser medizinischen Hilfsmittel sei ein sehr enger Kontakt zwischen Mitarbeiter und Patient unausweichlich. Um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren, müssen diese Mitarbeiter daher ebenfalls Schutzausrüstung tragen.

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Tobias Kurtz / 07.04.2020 - 14:00 Uhr

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