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Studie: Bei Schlaganfallüberlebenden leidet soziales Umfeld

Akademiker der City University London haben herausgefunden, dass sich ein Schlaganfall negativ auf das soziale Netzwerk einer Person auswirken kann.

Der Kontakt zu den Kindern und Verwandten blieb ziemlich stabil, ergab die Studie "What factors predict who will have a strong social network following a stroke?" von S. Northcott, J. Marshall und K. Hilari (Journal of Speech Language and Hearing Research). Allerdings berichteten viele Überlebende eines Schlaganfalls, dass sich die Anzahl der Freunde, die sie sahen, signifikant reduzierte. Vor dem Schlaganfall sagten 14%, dass sie einen oder keinen Freund hätten; sechs Monate nach einem Schlaganfall stieg diese Zahl auf 36%, wobei 20% angaben, gar keinen engen Freund zu haben. Viele Teilnehmer der Studie waren mit ihren sozialen Beziehungen nach dem Schlaganfall weniger zufrieden; das soziale Netzwerk von 63% war negativ betroffen.

Ein Faktor, der die Personen besonders dem Risiko des Kontaktverlusts zu ihrem sozialen Netzwerk aussetzt, ist die Aphasie. Aphasie ist eine Sprachbehinderung, die sich auf das Reden, Verstehen, Schreiben oder Lesen auswirken kann. Bei etwa 15% der Überlebenden eines Schlaganfalls ist die Aphasie ein Zustand, der ein Leben lang anhält und Grund für viel Frustration ist. Neuste Forschungen weisen darauf hin, dass dies die Fähigkeit der Person, zufriedenstellende soziale Beziehungen aufrechtzuerhalten, erschweren kann, sogar mehr als die Schwere des Schlaganfalls oder die körperliche Einschränkung.

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Tobias Kurtz / 25.08.2016 - 10:31 Uhr

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