Die Systemrelevanz von Homecare stehe auch heute noch immer in einem drastischen Missverhältnis zu deren Bekanntheitsgrad im Gesundheitswesen, teilt der VVHC mit. Das betreffe insbesondere Patienten und Angehörigen, die von Homecare profitieren könnten – wenn sie davon wüssten.
Im Auftrag der Stiftung „Mensch zu Mensch“ (MzM) aus Löhne hat die SRH Wilhelm Löhe Hochschule Fürth eine empirische Studie zur Bedeutung und Systemrelevanz von Homecare erstellt. Die Ergebnisse der Studie bestätigen die Relevanz des therapeutischen Fallmanagements der Homecare-Fachkräfte aus der Sicht des Klinik-Entlassmanagements, der ambulanten Pflege sowie aus dem Blickwinkel der Patienten und deren Angehörigen.
Homecare-Fachkräfte übernehmen nicht nur die Patientenversorgung mit Hilfsmitteln, Verbandmitteln oder enteraler Ernährung. Sie nehmen außerdem eine starke Koordinationsfunktion an Schnittstellen zwischen Kliniken, weiterbehandelnden Ärzten, ambulanten Pflegediensten, Pflegeheimen und Krankenkassen bei der Versorgung schwer kranker Menschen ein.
Die Befragung von 735 Patientinnen und Patienten habe deutlich aufgezeigt, wie wichtig regelmäßige persönliche Besuche im häuslichen Umfeld sind. Dabei gehe es nicht nur um die Produktbelieferung und entsprechende therapeutische Ansätze, sondern insbesondere auch um die medizinisch-therapeutische und psycho-soziale Beratung und Unterstützung von Patienten und deren Angehörigen.
So bestätigten in den verschiedenen Homecare-Therapiebereichen bis zu 92,3 Prozent der Patienten und Patientinnen, dass die Homecare-Fachkraft ihr zentraler Ansprechpartner in der häuslichen Versorgungssituation sei. Besonders positiv bewerten Patienten und Patientinnen, in Bezug auf ihre Homecare-Betreuung:
- Gute Abstimmung zwischen der Homecare-Fachkraft und dem behandelnden Arzt
- Gleichbleibende Zuständigkeit der Homecare-Fachkraft
- Regelmäßige Hausbesuche
- Regelmäßige persönliche Schulung/Einweisung/Betreuung
- Zuverlässige Belieferung qualitativ hochwertiger Produkte
Die Studie zeigt deutlich auf, dass Homecare-Fachkräfte einen signifikanten Beitrag leisten, den erkrankten Menschen ein gutes Sicherheitsgefühl zu geben mit dem Ziel, wieder ein weitestgehend eigenständiges Leben zu führen. Patientinnen und Patienten loben insbesondere die medizinische Expertise der Homecare-Fachkräfte.
Die Studie kann auf der Webseite der Stiftung „Mensch zu Mensch“ heruntergeladen werden.