Am 3. Juni 2025 veranstaltete das Medizintechnikunternehmen Ottobock ein Online-Symposium zum Thema „Advancing NeuroMobility: Latest Clinical Insights for exopulse suit and C-Brace”. Fachexpertinnen und -experten teilten unter anderem jüngste Erkenntnisse zum Neuromodulationsanzug Exopulse Mollii Suit bei Multipler Sklerose (MS) mit.
Motorische Symptome, wie Gleichgewichtsstörungen, Spastizität, Schwäche und Müdigkeit, treten häufig bei Patientinnen und Patienten mit MS (PwMS) auf und beeinträchtigen ihre Lebensqualität. Der Exopulse Mollii Suit, der per transkutaner Elektro-Nervenstimulation (TENS) gleichzeitig 40 Muskelgruppen aktiviert, stellt eine neuartige therapeutische Option dar.
Prof. Samar Ayache (Associate Professor für klinische Neurophysiologie, Medizinische Fakultät, Universität Paris-Est – Créteil, Frankreich) und ihr Team untersuchten in Frankreich die Auswirkungen des Neuromodulationsanzugs auf Gleichgewicht, motorische Symptome und Lebensqualität bei PwMS.
Studie mit zwei Phasen
Eine randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie verglich die Effekte einer 60-minütigen Sitzung mit aktiver versus Placebo-Stimulation.
Es folgte eine vierwöchige Intervention zur Bewertung nachhaltiger Effekte. Die primäre Wirkung zeigte sich im Gleichgewicht (Berg-Balance-Scale) und sekundär im Bereich der Mobilität, Schmerzen, Müdigkeit und Lebensqualität.
32 Teilnehmende schlossen Phase 1 ab. Hier zeigten sich signifikante Verbesserungen im Gleichgewicht (p<0,001), der Spastizität (p<0,001) und der Müdigkeit (p=0,007). An Phase 2 nahmen 30 Teilnehmende teil, die die Intervention gut vertrugen. So führte die fortgesetzte Stimulation zu anhaltenden Verbesserungen im Gleichgewicht, der Spastizität, der Mobilität und der Lebensqualität (alle p<0,05).
Prof. Ayache resümierte, dass die Ergebnisse signifikante Verbesserungen motorischer Symptome aufzeigten und der Exopulse Mollii Suit als vielversprechende ergänzende Therapie bei PwMS unterstützen könne. Jedoch seien weitere groß angelegte Langzeitstudien erforderlich, um die klinische Wirksamkeit und die nachhaltigen Vorteile zu bestätigen.
Die Ergebnisse stellen die ersten systematische erhobenen Ergebnisse zu MS dar und wurden bereits zur Publikation akzeptiert, teilt Ottobock mit. Sie stehen demnächst als Open Access zur Verfügung.