Auch in der Hilfsmittelbranche wird Nachhaltigkeit immer wichtiger. Liftstar hat gebrauchte und aufbereitete Treppenlifte im Angebot. Wie weit reicht Ihr Nachhaltigkeitsanspruch darüber hinaus?
Geiger: Wir bieten aufbereitete Lifte an, aber das ist nur ein kleiner Teil unseres Gesamtvolumens. Die meisten Lifte, die wir vermarkten, sind neue Produkte. Als Unternehmen in privater Hand haben wir jedoch eine naturgegebene Verpflichtung, uns ökologisch verantwortungsvoll zu verhalten. Allerdings muss man auch sagen, dass Nachhaltigkeit kein führendes Verkaufsargument ist. Wir gehen jedoch davon aus, dass sie in Zukunft eine größere Rolle spielen wird, und setzen bereits jetzt auf die Prinzipien Re-Use und Circularity. Die Wiederaufbereitung der Lifte ist zwar mit einem verhältnismäßig hohen Aufwand verbunden, macht aber Sinn, da es sich um sehr hochwertige Produkte handelt, die nach fünf Jahren Gebrauch nicht automatisch ausrangiert werden müssen. Das Thema Modularität wird in Zukunft eine größere Rolle spielen. Auch wenn es aktuell noch ein untergeordneter Bereich ist, engagieren wir uns und investieren gezielt. Insgesamt ist die Versorgung mit einem Lift jedoch ein sehr individuelles Thema, das individuelle Lösungen erfordert.
Gibt es beim Thema Innovationen noch Luft nach oben, oder ist das ausgereizt?
Geiger: Wir sorgen durchaus noch für Innovationen. Aktuell führen wir den Lifta Luxor Lift ein, der in besonderem Maße auf Technologie, Usability, Design und Formsprache ausgerichtet ist. Durch den Einsatz neuer Materialien heben sich unsere Produkte von anderen ab. Beim Lifta Luxor haben wir durch den gezielten Einsatz bestimmter Textilien erreicht, dass der Treppenlift zum Einrichtungsgegenstand wird. „Höher, weiter, steiler“ funktioniert bei uns nur eingeschränkt als Prinzip, weil Treppen genormt sind. Wir setzen eher auf die Schnittstelle zum Gebäudemanagement. Allerdings dürfen wir die Wünsche unserer Kunden nicht aus den Augen verlieren. Nicht alles, was technisch möglich wäre, ist für ältere Personen auch hilfreich und nutzbar. Dieses Thema betrachten wir sehr kritisch. Das Feedback und die Wünsche unserer Kunden liegen uns sehr am Herzen. Hinter Liftstar verbergen sich mehrere Marken.
Wie wollen Sie das Markenportfolio weiterentwickeln?
Geiger: Mit unseren Marken Lifta, Lifton, Sani-Trans und AP+ haben wir unterschiedliche Positionen. Wir wollen unsere Kompetenz so klar bündeln, dass es für unsere Kunden nachvollziehbar ist. Zudem bieten wir mit dem Hauslift eine Alternative zum herkömmlichen Treppenlift. Dieser fungiert als eine Art Aufzug ohne Schacht und ermöglicht es dem Benutzer, vertikal zwischen den Etagen zu wechseln. Aufgrund der Einfachheit des Einbaus wird diese Lösung auch gerne prophylaktisch von Hausbesitzern gewählt. Grundsätzlich können wir uns vorstellen, dass dieses Segment auch in Zukunft wachsen wird. Aktuell haben wir jedoch keine konkreten Pläne, unser Portfolio zu erweitern.
Zum Abschluss ein Blick nach vorn: Wo steht Liftstar, wenn Sie auf Ihre ersten drei Jahre als Geschäftsführer zurückblicken?
Geiger: In drei Jahren sind wir selbstverständlich weiterhin Branchenführer. Wir werden die Bedürfnisse unserer Kunden noch besser verstehen und gemeinsam mit unseren Partnern als Unternehmen weitergewachsen sein. Wir werden weitere Innovationen auf den Markt gebracht haben, wie den Luxor, und das Thema Nachhaltigkeit weiter vorantreiben. Außerdem wünsche mir, dass wir Verantwortung übernehmen und den jungen Menschen bei uns im Unternehmen eine Chance geben, eine gute Karriere und persönliches Wachstum zu erreichen. Mit Blick in die nahe Zukunft freue ich mich aber jetzt erst einmal auf zahlreiche persönliche Gespräche mit unseren Partnern auf der OTWorld.