Martina Stamm-Fibich von der SPD-Bundestagsfraktion wies darauf hin, dass der Gesetzgeber in den letzten Jahren viel getan habe, um die Qualität der Hilfsmittelversorgung zu verbessern. „Dennoch haben wir nach wie vor Qualitätsprobleme, da immer noch einige Krankenkassen nicht bereit sind, mit den Leistungserbringern auf Augenhöhe zu arbeiten“, so Stamm-Fibich. Sie plädierte für einheitliche Vorgaben für das Vetragscontrolling durch die Krankenkassen. Hilfsmittel-Leistungserbringer sind aus ihrer Sicht ein wichtiger Teil der Gesundheitsversorgung und müssten stärker in die Versorgungsstrukturen integriert werden.
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Simone Borchardt war 27 Jahre bei der Barmer-Ersatzkasse tätig und ist Geschäftsführerin einer Pflegeeinrichtung. Ihre Praxiserfahrung zeige ihr, dass die Bedeutung der Hilfsmittelversorgung noch immer unterschätzt werde und „wir beim Thema Pflege lauter werden müssen“. Ihr seien Maßnahmen wichtig, um die Versorgung in der Häuslichkeit zu stärken. Dafür seien Hilfsmittel essenziell. „Wir müssen die Menschen so lange wie möglich gut im häuslichen Bereich versorgen“, so die Unionsabgeordnete. Die Hilfsmittel- und Homecare-Branche sei sehr mittelständisch geprägt. Sie bedauerte es, dass die Hilfsprogramme der Bundesregierung hier nicht ankommen.
Kordula Schulz-Asche von der Grünen-Bundestagsfraktion fordert eine Aufwertung der Rolle der Pflegefachkräfte, die vor massiven Herausforderungen stünden. „Wir müssen vor allem die Fachpflege stärken. Die Bedürfnisse der Fachpflegekräfte müssen stärker artikuliert werden“, so Schulz-Asche. Der Fachkräftemangel betreffe vor allem die Fachpflege. Die Versorgung im Homecare-Bereich sei gut geeignet, Fachpflegekräfte auch im Beruf zu halten und die ambulante Versorgung zu stärken. Wichtig ist der Grünen-Politikerin, durch Digitalisierung Prozesse zu vereinfachen, damit die Fachkräfte entlastet und besser unterstützt werden können.
Der Linken-Abgeordnete Ates Gürpinar bezeichnete als grundlegendes Problem die Finanzierung der Gesundheitsversorgung. Er plädierte dafür, die Finanzierung auf mehr Schultern verteilen. Die Linke habe Hoffnung in eine Bürgerversicherung gesteckt, die aber von der Regierung nicht erfüllt worden seien. „Wenn wir Pflege stärken wollen, dann müssen wir sie besser bezahlen, es hat alles mit Geld zu tun“, so Gürpinar. Homecare sollte relevanter werden, dazu gehöre eine bessere Ausstattung.