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Studie der hkk Krankenkasse

Wo Defizite beim Entlassmanagement liegen

Eine Studie der Krankenkasse hkk zeigt Defizite beim Entlassmanagement auf. Demnach sind nur 35,8 Prozent der Krankenhauspatienten über dieses Pflichtangebot ihrer Klinik informiert.

Noch weniger Patienten (26,6 Prozent) wurden schriftlich über die Inhalte und Ziele des Entlassmanagements in Kenntnis gesetzt. Das ist das Ergebnis einer hkk Studie unter der Leitung von Dr. Bernard Braun vom Bremer Institut für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung (BIAG). Dafür wurden schriftlich 1.200 Versicherte befragt, die im April 2018 im Krankenhaus gelegen hatten. 349 Versicherte beteiligten sich an der Umfrage.

„Solange nicht ausnahmslos alle Krankenhauspatienten mit einem nachstationären Behandlungsbedarf, also mindestens die 42,1 Prozent schwer und chronisch Erkrankten, vollumfänglich informiert werden, ist der Rahmenvertrag zum Entlassmanagement nicht erfüllt“, kommentiert Bernard Braun die Ergebnisse. „Erst wenn das erreicht ist, sind eine erfolgreiche Vorbereitung der Krankenhauspatienten auf die Zeit nach ihrem Klinikaufenthalt und ein optimaler Heilungsverlauf möglich.“

Der mangelhafte Informationsgrad hat zur Folge, dass weniger als ein Fünftel (19,2 Prozent) der Patienten einen Entlassplan zu ihrem Behandlungsbedarf an die Hand bekommen. 16,6 Prozent der Studienteilnehmer benötigten nach der Entlassung genehmigungspflichtige Leistungen der Krankenkasse, also zum Beispiel Hilfsmittel. 34,4 Prozent verneinten einen solchen Bedarf ausdrücklich, 2,0 Prozent wussten es nicht mehr – und 47,0 Prozent beantworteten die Frage nicht.

Von den Studienteilnehmern mit Bedarf an genehmigungspflichtigen Leistungen der Krankenkasse bestätigte jeder Dritte, das Krankenhaus habe ihn über die dafür notwendige Kontaktaufnahme zur Krankenkasse bzw. Pflegekasse informiert. 43,1 Prozent verneinten dies, 19,0 Prozent wussten es nicht und 5,1 Prozent beantworteten die Frage nicht. Nur 17 (29,3 %) der 58 Studienteilnehmer mit Bedarf an solchen Leistungen bejahten die Frage, ob ihnen das Krankenhaus die Antragsunterlagen zur Verfügung gestellt und sie bei der Antragstellung unterstützt habe. 32 (55,2 %) verneinten dies, 5 (8,6 %) wussten es nicht (mehr) und 4 (6,9 %) machten keine Angaben. „Unerfreulich ist zudem, dass 37,1 Prozent derer, die eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigen, keine bekamen“, ergänzt Braun.

Besser zeigt sich die Situation bei der Aufklärung der Patienten über Art und Behandlung ihrer Krankheit aus. 83,7 Prozent der Befragungsteilnehmer gaben an, ausreichend darüber informiert worden zu sein. Aber: 40,0 Prozent der Patienten erhielten keine Erklärung zur Selbsthilfe zur Genesung, obwohl der Bedarf bestand. Außerdem fanden mit 45,7 Prozent keine Gespräche statt, wie sie nach ihrer Entlassung ihre gewohnten Alltagsaktivitäten wieder aufnehmen könnten, obwohl eine Notwendigkeit dafür bestand. Immerhin 85,4 Prozent erhielten einen (vorläufigen) Entlassbrief ,und 81,8 Prozent der Patienten, die mindestens drei verordnete Arzneimittel einnehmen mussten, bekamen einen Medikationsplan mit nach Hause.

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Tobias Kurtz / 12.10.2018 - 13:35 Uhr

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