Dabei sind die zentralen Schwerpunktthemen je nach Berufsgruppe unterschiedlich gelagert: Für Heilberufler stehen bessere Aus- und Weiterbildungsbedingungen klar im Vordergrund. Apotheker richten den Blick vor allem auf die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung und den Umgang mit Lieferengpässen. Quer durch alle Gruppen zieht sich der Bedarf an Personal und der Wunsch nach einer besseren Steuerung der Patientenströme.
Ein besonders deutliches Signal ist die Forderung nach einem dauerhaften Beratungsgremium für das Bundesgesundheitsministerium, das mit Vertretern aus der direkten Patientenversorgung besetzt ist: Zwei Drittel der Heilberufler und mehr als 60 Prozent der Apotheker sprechen sich dafür aus.
Sie sind damit nicht allein: In der parallelen Befragung niedergelassener Ärzte sprach sich auch dort mehr als die Hälfte für ein solches Gremium aus. „Das ist eine sehr klare Botschaft“, resümiert Forschungsleiter Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Konrad Obermann: „Die Fachleute an der Basis fordern, dass ihre Erfahrungen aus dem Versorgungsalltag systematisch in die gesundheitspolitischen Entscheidungen einfließen, damit sich die Weichenstellungen auf Bundesebene enger an der Realität in den Praxen und Apotheken orientieren.“
In den offen formulierten Antworten zeichnen die Studienteilnehmer ein Bild dessen, was sich aus ihrer Sicht ändern muss: Immer wieder wird der Abbau bürokratischer Hürden genannt, verbunden mit der Forderung, die Digitalisierung so zu gestalten, dass sie tatsächlich entlastet statt zusätzliche Dokumentationspflichten zu schaffen. Die Befragten wünschen sich zudem mehr Kassensitze, insbesondere in ländlichen Regionen, sowie einen unkomplizierteren und schnelleren Zugang der Patienten zu Heilmittelleistungen.
Zugleich fordern sie eine Vergütung, die Kostensteigerungen realistisch abbildet und den wirtschaftlichen Druck mindert. Die aktuelle Honorierung sei nicht mehr zeitgemäß und spiegele weder die Anforderungen an die Qualifikation noch die Verantwortung in der Versorgung angemessen wider. Auch verbesserte Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen seien nötig, um Nachwuchs gewinnen und die Versorgung langfristig sichern zu können.
Für die Apotheken rückt zusätzlich das Thema Honorierung in den Mittelpunkt. Gefordert werden unter anderem eine regelmäßige, idealerweise jährliche Überprüfung des Fixzuschlags, Anpassungen der Arzneimittelpreisverordnung sowie eine deutliche Entlastung von Verwaltungs- und Kontrollaufgaben. Die Apotheker betonen, dass eine stabile wirtschaftliche Basis eine zentrale Voraussetzung dafür ist, die Arzneimittelversorgung auch unter schwierigen Rahmenbedingungen zuverlässig aufrechterhalten zu können.