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Gesetzliche Krankenversicherung

AOK erzielt großen Halbjahresüberschuss

AOK erzielt großen Halbjahresüberschuss Der AOK Vorstand mit Stellvertreter Jens Martin Hoyer (l.) und Vorstandsvorsitzendem Martin Litsch (Foto: AOK-Mediendienst)

Flaute bei den niedergelassenen Ärzten und verschobene Operationen: Die AOK hat im ersten Halbjahr 2020 einen dreistelligen Millionenüberschuss erzielt.

Die Corona-Pandemie schlägt sich in der Halbjahresbilanz der AOK deutlich nieder. Wie der AOK-Bundesverband mitteilt, sei die Leistungs-Inanspruchnahme regional in unterschiedlichem Ausmaß deutlich eingebrochen – teils aus Gründen der Vorsorge (Freihalten von Krankenhaus-Intensivbetten), teils, weil medizinisch notwendige, aber nicht dringliche Operationen und Behandlungen verschoben werden mussten. Auch Vorsicht oder Angst der Patienten vor einer Infektion trugen zum Rückgang der Behandlungszahlen bei.

Entsprechend gering fällt der Anstieg der Leistungsausgaben je Versicherten bei den AOKs aus (+1,6%). Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das ein Rückgang um fast zwei Prozentpunkte (Vorjahr: +3,4%). Einen solchen Ausgabenknick habe es seit Bestehen der Quartalsstatistik nicht gegeben. Unterm Strich ergibt sich für die AOK-Gemeinschaft durch diesen Sondereffekt ein positives Halbjahresergebnis von rund 320 Mio. Euro. Das erste Quartal 2020 schloss sie noch mit einem Defizit von rund 435 Mio. Euro ab.

Martin Litsch, der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, sagt: „Auf der Ausgabenseite sehen wir zwar in fast allen Leistungsbereichen starke Fallzahl-Rückgänge, bei denen unklar ist, ob und wann es dazu vergleichbare Nachholeffekte geben wird. Gleichzeitig müssen wir aber mit etlichen Extraposten rechnen. So stemmt die GKV über den Einsatz der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds die Finanzierung der zusätzlichen Intensivbetten, den Bonus für Pflegekräfte und die Covid-19-Testungen der Bevölkerung. Die PKV ist nicht beteiligt. Zugleich haben sich die Beitragseinnahmen im Gesundheitsfonds kritisch entwickelt, und es ist abzusehen, dass sie deutlich unter den Planungen bleiben werden.“
Wichtig gewesen sei daher die Zusage zusätzlicher Bundesmittel in Höhe von 3,5 Mrd. Euro für 2020. „Ob das aber ausreicht, müssen wir sehen.“ Der weitere Verlauf des Jahres 2020 sei noch nicht abzusehen.

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Tobias Kurtz / 12.08.2020 - 17:00 Uhr

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