Der Klimawandel kann dazu führen, dass gesundheitliche Probleme entstehen oder sich verschärfen. Das zeigen laut einer Mitteilung des AOK-Bundesverbands die Ergebnisse des Versorgungs-Reports „Klima und Gesundheit“. Dazu sagt Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes: „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Wir müssen alle mehr dafür tun, die gesundheitlichen Auswirkungen schädlicher Umwelteinflüsse zu reduzieren. Denn Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Als Gesundheitskasse sind wir besonders motiviert und machen uns deshalb auf den Weg.“
Innerhalb der AOK-Gemeinschaft soll in den nächsten drei Jahren ein Maßnahmenpaket umgesetzt werden, das dazu beiträgt, den CO2-Fußabdruck zu verbessern. Das reiche von der Umstellung der Stromversorgung auf Grünstrom über das Mobilitätsmanagement bis hin zur Schaffung von mehr Sensibilität für ein klimafreundliches Verhalten in der Belegschaft.
Ganz wichtig ist es laut Litsch, den Aspekten von Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Vertragsbereich mehr Bedeutung zu geben. Zudem fordert er, die Regelungen bei Medizinprodukten nachzubessern. Die neue EU-Medizinprodukteverordnung beinhaltet neben Regelungen zu Herstellung, Zulassung und Haftung von Hilfsmitteln auch Festlegungen zu der Lebensdauer von Medizinprodukten. „Erste Hersteller haben bereits konkrete Lebenszyklen für ihre Produkte festgelegt, wobei diese jedoch teilweise deutlich unter den bisherigen Erfahrungswerten zur Nutzungsdauer liegen”, so Litsch. Dies führe dazu, dass künftig komplette Hilfsmittel oder deren Bestandteile nach Ablauf der vorgegebenen Lebensdauer auszutauschen wären, unabhängig davon, ob diese noch in einem einwandfreien Zustand sind. Voll funktionstüchtige Hilfsmittel sollten nicht länger turnusmäßig entsorgt und ersetzt werden müssen. Nach einer rein nationalen Vorgabe müssen ärztlich verordnete Blutdruckmessgeräte alle zwei Jahre einer messtechnischen Kontrolle unterzogen werden. Diese Messungen seien jedoch teurer als ein neues Blutdruckmessgerät. Betroffene bekämen von ihrem Arzt daher ein neues Gerät verordnet. „Das ist eine ökonomisch und ökologisch völlig unsinnige Überregulierung. Die medizinprodukterechtlichen Regelungen für im häuslichen Bereich eingesetzte risikoarme Hilfsmittel bedürfen dringend einer Überarbeitung“, fordert Litsch.