Die Ergebnisse zeigen, wie deutlich die erwarteten Unterschiede zwischen Stadt und Land ausfallen. So übernehmen die befragten Apotheken in Städten mit weniger als 5.000 Einwohnern durchschnittlich 2,8 Notdienste pro Monat. Apotheken in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern sind hingegen nur 1,2 Mal monatlich außerhalb der regulären Öffnungszeiten erreichbar.
Notdienste werden auf dem Land weniger genutzt
Gleichzeitig versorgen Apotheken im ländlichen Raum weniger Notdienstkunden als Stadtapotheken. Den häufigsten Kundenkontakt haben Apotheken in Städten mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern mit durchschnittlich 57 Notdienstkunden pro Monat, während Apotheken in Städten mit weniger als 5.000 Einwohnern nur von 27 Kunden aufgesucht werden. Daher verzeichnen Apotheken in kleinen Städten pro Notdienst auch weniger Umsatz als jene in größeren Städten.
Apotheken in kleineren Orten beliefern im Schnitt 196 Kunden pro Monat mit Arzneimitteln. In Großstadtapotheken (mehr als 100.000 Einwohner) nutzen dagegen pro Monat nur 135 Kunden den Botendienst. Je weiter die Präsenzapotheken verstreut liegen, desto mehr Kunden versorgen die einzelnen Apotheken durch Botengänge.
Ländliche Apotheken häufiger in Heimversorgung aktiv
Auch wenn es um die Belieferung von Pflege- und Altenheimen geht, sind Apotheken im ländlichen Raum überdurchschnittlich aktiv. So versorgen etwa zwei Drittel der Apotheken in Orten mit bis zu 20.000 Einwohnern auch Bewohner von Heimen mit Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Medizinprodukten. In Großstädten (über 100.000 Einwohner) geben dies nur knapp vier von zehn befragten Apotheken an.
Maximal 2 Mio. Euro Umsatz im Jahr
Acht von zehn Apotheken, die in einer Entfernung von mehr als fünf Kilometern bis zur nächsten Apotheke liegen, setzen bis zu zwei Millionen Euro jährlich um. In Orten mit einem dichten Apothekennetz, wo die Präsenzapotheken maximal 500 Meter auseinanderliegen, gilt dies für weniger als zwei Drittel der Betriebe. Besonders in kleinen Ortschaften mit weniger als 5.000 Einwohnern haben die meisten Apotheken (51%) eine Entfernung von mehr als fünf Kilometern untereinander.