Bereits heute misst gut jede dritte Apotheke (37 %) dem Thema einen hohen Stellenwert bei, und knapp zwei Drittel (62 %) planen, ihr Angebot an Präventionsleistungen künftig auszubauen. Drei Viertel der befragten Apothekeninhaber sehen darin eine Chance zur Stärkung der Apotheken im Gesundheitssystem. Zudem gehen 58 Prozent davon aus, dass Präventionsleistungen für Apotheken künftig weiter an Bedeutung gewinnen und sich zu einem wichtigen Geschäftsfeld entwickeln werden.
Viele Präventionsleistungen sind in Apotheken schon heute etabliert. Besonders häufig bieten diese Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinmessungen (73 %), Angebote zur Rauchentwöhnung (65 %) sowie Beratungen zu Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes (64 %) an. Die größte Nachfrage verzeichnen Apotheken bei Beratungen rund um Stress, Schlaf und mentale Gesundheit (75 %), gefolgt von Themen zur Gewichtsregulierung (64 %) und Ernährung (50 %). Insgesamt rechnet etwa jede zweite Apotheke (49 %) damit, dass die Nachfrage nach Präventionsleistungen künftig deutlich zunehmen wird.
Zeitmangel und fehlende Wirtschaftlichkeit
Trotz des Potenzials stoßen Apotheken beim Ausbau von Präventionsleistungen auf Hürden. Zeitmangel ist mit 91 Prozent das am häufigsten genanntes Hindernis. Zudem halten 83 Prozent der Befragten Präventionsleistungen derzeit für wirtschaftlich nicht ausreichend attraktiv. Fehlende oder eingeschränkte Abrechnungsmöglichkeiten sowie Personalmangel (je 78 %) erschweren die Umsetzung zusätzlich. Entsprechend sehen neun von zehn Apothekeninhabern klare gesetzliche und organisatorische Rahmenbedingungen als zentrale Voraussetzung, um Präventionsangebote stärker zu verankern.
Apothekenkonjunktur erreicht Höchstwert
Der Index zur aktuellen Geschäftslage steigt im Juli um fast zehn Punkte auf 78,1. Der Index der Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monaten klettert auf 77,1 Punkte und liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert von 65,1. Beide Indizes erreichen den höchsten Stand seit über einem Jahr, bleiben jedoch weiterhin unter der neutralen 100-Punkte-Marke. Als wichtiger Impuls für die verbesserte Stimmung gilt die zum 1. Juli 2026 wirksam gewordene Erhöhung des Apothekenhonorars.