Einmal im Jahr treffen sich Bequemschuhhändler und OST-Betriebe in Zeulenroda zum Bequemschuhsymposium. In diesem Jahr zum 14. Mal in Folge, verbanden die Gäste den Austausch miteinander und die Vorträge der Speaker miteinander, um Impulse für das kommende Jahr zu sammeln. „Jede Veranstaltung bietet einen Mehrgewinn an Wissen. Wir bekommen neue Ansätze, die wir in unserem Unternehmen umsetzen“, lobten die Hamburger Händler Stefan und Maike Paulig, Laufgut Paulig, die Veranstaltung.
Das Bequemschuhsymposium als Ort des Austausches hob auch Thomas Bauerfeind, Berkemann, in seiner Eröffnungsrede hervor. „Wir sind heute hier, um in die Zukunft zu schauen“, sagte der Initator nach einer kurzen Schweigeminute zum Tod von Prof. Heinrich Hess (siehe Kasten). Der Mensch lege am Tag rund 10.000 Schritte zurück, zwölf bis 14 Stunden verbringe er in Schuhen. Trotz dieser Leistung, die an Schuhe jeden Tag gestellt werden, wäre der Kunde eher bereit, einen Besuch im Freizeitpark zu finanzieren. Jedoch sei er nicht bereit, eine ähnliche Summe für Schuhe auszugeben, die häufig über Jahre hinweg viele Stunden lang getragen werden.
Neben den bekannten Herausforderungen, die der Branche aktuell das Geschäftsleben erschweren, wie die Konflikte in der Ukraine und im Iran, kam Bauerfeind auch auf positive Entwicklungen zu sprechen. Zum einen sei die Kreativität der Menschen ungebrochen. Als Beispiel nannte er den Schuh „Vogel des Jahres“, den Berkemann nun in der zweiten Saison fertigt (siehe Ausklang). Auch das nach Europa gerichtete Wahlergebnis in Ungarn stellte für Thomas Bauerfeind ein positives Zeichen dar: „Wir sind dort mit einer Fabrik vertreten und haben die Entwicklungen der vergangenen Jahre mit Sorge beobachtet. Nach der Wahl von Péter Magyar stimmt nun wieder die Richtung.“
Neben politischen Aspekten stellte Bauerfeind die digitale Entwicklung in den Fokus seiner Rede und gab einen Einblick, in welchem Umfang Berkemann mit künstlicher Intelligenz arbeitet. In Bereichen wie dem Marketing und der Buchhaltung mache „KI“ das Leben einfache, aber man solle bedenken: „KI nimmt uns die Arbeit ab, aber wir müssen weiterhin selber denken und das ist auch gut so“. Das 14. Bequemschuhsymposium stellte er deshalb unter das Leitmotto: „Erlebnisse, neue Technologien und Personalisierung“.