Am 23. August 2025 hat die Aktion Tour de Verkehrswende des Vereins Changing Cities e. V. Station in Dortmund gemacht. Für den BIV-OT ist dies Anlass, ein oft übersehenes Thema in den Fokus zu rücken: die Mobilität von Menschen, die dauerhaft oder zeitweise auf einen Rollstuhl angewiesen sind.
„Wer Verkehr neu denkt, muss Menschen im Rollstuhl mitdenken“, erklärt Alf Reuter, Präsident des BIV-OT. „Mobilität muss allen offenstehen.“
Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland nutzen einen Rollstuhl. Für sie bedeute Mobilität weit mehr als reine Fortbewegung – sie ist Voraussetzung für Teilhabe am Arbeitsleben, an Bildung, an Kultur und Freizeit. Doch Rollstuhlnutzer stoßen im Alltag häufig an Grenzen: defekte Aufzüge, fehlende Rampen, unebene Gehwege und ungeeignete Verkehrsmittel machen den öffentlichen Raum oft unzugänglich.
Barrierefreiheit ist keine Kür
Seit 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland verbindlich. Sie verpflichtet zur barrierefreien Gestaltung aller öffentlichen Infrastrukturen – auch im Verkehr. Die Realität sieht jedoch vielerorts anders aus. Für Alf Reuter steht fest: „Orthopädie-Technik schafft individuelle, selbstbestimmte Mobilität – jetzt braucht es Städte, die dafür auch Raum lassen.“
Barrierefreiheit dürfe nicht als freiwilliges Extra betrachtet werden, sondern sei Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe. „Sie ist Voraussetzung dafür, dass Menschen im Rollstuhl nicht dauerhaft ausgeschlossen werden – aus der Arbeitswelt, dem Bildungssystem oder dem kulturellen Leben. Wer Mobilität plant, muss Verantwortung übernehmen – und die Realität aller Menschen mitdenken, nicht nur die der Mehrheit“, so Reuter.
Mit seinem Appell richtet sich der BIV-OT an Stadtplaner, Politiker und Mobilitätsanbieter gleichermaßen. Ziel sei eine inklusive Verkehrsplanung, die alle Gruppen gleichberechtigt berücksichtigt – auch jene, die oft übersehen werden.