Die Vertragspartner haben den bestehenden Vertrag der bayrischen Betriebskrankenkassen zur hausärztlichen Versorgung zum 1. Juli 2025 um ein erstes telemedizinisches Versorgungsmodul erweitert. Dahinter stehen die Deutsche Diabetes Gesellschaft, das Fußnetz Bayern, der Berufsverband der Deutschen Dermatologen, der Bayerische Hausärzteverband, der BKK Landesverband Bayern und die GWQ Service Plus.
Damit können am Vertrag teilnehmende Hausärztinnen und Hausärzte ihre Patientinnen und Patienten mit unklaren Hautveränderungen (Derma Konsil) oder mit Diabetes und Hautveränderungen am Fuß (Diabetisches Fußsyndrom Konsil) telemedizinisch umfänglich betreuen. Voraussetzung ist, dass die Versicherten Mitglied der am Versorgungsmodul Telekonsil teilnehmenden Betriebskrankenkassen sind.
„Der Vertrag hat das Potenzial, die Versorgung von BKK-Versicherten mit unklaren Hautveränderungen oder diabetischen Komplikationen qualitativ erheblich zu verbessern“, sagt Dr. Ralf Langejürgen, Vorstand BKK Landesverband Bayern. „Bei Bedarf kann weitere Expertise niedrigschwellig hinzugezogen werden, weil Haus- und Fachärzte eng zusammenarbeiten.“
Dr. Arthur Grünerbel, Vorsitzender und Gründer des Fußnetz Bayern, ergänzt: „Wir freuen uns, mit diesem Telekonsil zum Diabetischen Fußsyndrom allen anfragenden Therapeuten inklusive Pflege und Wundmanagement eine einfache und schnelle Ersteinschätzung zu bieten. Das wird uns allen helfen, weiter die Zehen und Füße der Patienten zu retten und ihre Lebensqualität zu erhalten. In den Praxen hilft es, die strapazierten Ressourcen zu schonen. Wir erwarten von diesem Telekonsil einen neuen Schub für unsere Wunddokumentation, die den Fortschritt durch Digitalisierung auf eine neue Ebene heben kann.“
Barbara Bitzer, Geschäftsführerin Deutsche Diabetes Gesellschaft, sagt: „Das Diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine der schwerwiegendsten Folgen des Diabetes. Umso wichtiger ist es, dass Fußläsionen schnell und möglichst unkompliziert begutachtet und leitliniengerecht versorgt werden. Hier kommt der Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Diabetologen mit ausgewiesener Expertise in der Diagnostik und Therapie des DFS eine besondere Bedeutung zu. Mit der telemedizinischen Betreuung werden multiprofessionelle Strukturen deutlich besser verzahnt und die Patientensicherheit maßgeblich erhöht.“
Dr. Johannes Thormählen, Vorstand GWQ Plus Service AG, ist überzeugt: „Projekte wie diese helfen dabei, erste Erfahrungen zur Akzeptanz und Gestaltung aller Beteiligten, vor allem auch der Patientinnen und Patienten, zu sammeln und Learnings für einen flächendeckenden Einsatz zu generieren.“
Sean Monks, Geschäftsführer Monks – Ärzte im Netz GmbH, sagt: „Alle von uns mitentwickelten Telekonsile basieren auf den neuesten medizinischen Leitlinien und tragen damit dazu bei, die neuesten Behandlungsmethoden in allen Praxen verfügbar zu machen. Insbesondere aber ist es für Ärztinnen und Ärzte wichtig zu erleben, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen ihre Arbeit effektiv unterstützt und gut honoriert. Nur wenn attraktive digitale Angebote in den Arztpraxen angewendet und nicht als zusätzliche Belastung empfunden werden, kann die digitale Transformation in Deutschland gelingen und die medizinische Versorgung vor Ort gestärkt werden.“