Die DDG-Arbeitsgemeinschaft würdigte die Leistung des Forschungsteams Mitte März auf ihrer Jahrestagung in Bad Nauheim. Mit einem laut Unternehmen erstmalig in dieser Form angewendeten Untersuchungsdesign hatte IETEC über ein Jahr bei Diabetes-Patienten Messungen vorgenommen. Das Ergebnis: Das Untersuchungsdesign ermöglicht bei individuell hergestellten Hilfsmitteln, multizentrisch Patientendaten zu ermitteln und zu bewerten, um mit diesem Wissen in der Zukunft die Gefahr erneuter Wundbildungen – und Amputationen – zu verringern.
"Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit von Medikamenten werden vor deren Freigabe wissenschaftlich untersucht. Bei medizinischen Hilfsmitteln wie Produkten der Orthopädieschuhtechnik war das bisher nicht der Fall", sagt Orthopädieschuhmachermeister und IETEC-Geschäftsführer Jürgen Stumpf. Das Forschungsteam um DIABETEC-Konzeptmanagerin Monika Spengler und Michael Jahn, Leiter Forschung & Entwicklung, testete in der auf ein Jahr angelegten Studie ein interdisziplinär entwickeltes Mess- und Beurteilungssystem an 26 Probanden, um den Nutzen für die Patienten nachzuweisen.
Methodik geeignet
"Die Ergebnisse zeigen, dass die verwendete Methodik und die eingesetzten Instrumente gut geeignet sind, die Fuß- und Schuhversorgung bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom zu überwachen und zuverlässig entsprechende Daten zu sammeln", bilanziert Jahn. "In der Konsequenz können Patienten früher wieder selbstständig ihren Alltag bewältigen." Besonders interessant sei das vor dem Hintergrund weltweit steigender Zahlen von Patienten, die an Diabetes und den Folgeerkrankungen leiden.
Bei der Pilotstudie "Netzwerkgestütztes Mess- und Beurteilungssystem für orthopädieschuhtechnische Betriebe zur Fußversorgung des diabetischen Fußsyndroms" wurden Messverfahren kombiniert, die den Gesundheitszustand, die Lebensqualität, psychosoziale Variablen und biomechanische Faktoren erfassen. Die Tragezeit der diabetesadaptierten Fußbetten wurde mit einem in die Sohle eingespritzten Sensor (Orthotimer) über ein Jahr lang objektiv erhoben.
"Studien mit einer so langen Tragezeit sind vorher noch nicht gemacht worden", sagt Spengler. Zudem entwickelte das Forschungsteam einen neuen Fragebogen. "Bisher existierten nur Fragebögen, die darauf ausgerichtet waren, dass der Patient Schmerzen hat, die er aufgrund der Erkrankung aber oft gar nicht mehr wahrnehmen kann", erklärt die Konzeptmanagerin.Die Probanden der Studie waren Diabetes-Risikopatienten mit einer abgeheilten Wunde an der Fußsohle.
Die Hochschule Fulda und das FIDAM-Forschungsinstitut in Bad Mergentheim waren ebenso an der Untersuchung beteiligt wie einige der hessischen Orthopädie-Betriebe, mit denen die Firma IETEC im Partnerverbund zusammenarbeitet.