GP: Herr Bauer, Sie sind gerade dabei, diesen Prozess einzuführen. Was war Ihre Motivation, dieses Thema jetzt anzugehen?
Manuel Bauer: Für uns spielt das Thema EDI seit Kurzem eine große Rolle. Wir haben uns dieses Jahr in der Geschäftsführung das große Thema „Prozesse und Strukturen“ vorgenommen und beschäftigen uns intensiv mit der Digitalisierung in vielen Bereichen. Wir finden es sehr wichtig, mit dem Zahn der Zeit zu gehen. Über die Sanitätshaus Aktuell AG wurde das EDI-Thema an uns herangetragen. Gedanklich haben wir uns schon Ende letzten Jahres damit beschäftigt und Ende Mai dieses Jahres begonnen, den EDI-Prozess Schritt für Schritt bei uns aufzunehmen.
GP: Der Branche droht ein dreiprozentiger Abschlag auf die Vergütungspreise. Richtet sich im Zuge dessen der Blick verstärkt auf die Prozessoptimierung?
Vrba: Absolut. Wenn sich ein Betrieb bisher noch nicht mit dem Thema Prozessoptimierung beschäftigt hat, tut er es jetzt. Diese Entwicklung öffnet uns bei den Mitgliedern auf jeden Fall die Türen. Wir möchten den EDI-Prozess bei allen Mitgliedern ausrollen, weil wir deutliche Einsparungsmöglichkeiten sehen. Von unseren rund 200 Mitgliedsbetrieben nutzen bereits 140 den Prozess, 60 also noch nicht. Diese gehen wir nun aktiv an.
Bauer: Für uns als familiengeführtes, mittelständisches Unternehmen ohne große Firma im Hintergrund sind klare Strukturen und aufgeräumte Prozesse überlebenswichtig. Man muss ja versuchen, die Effizienzverluste, die durch solche politischen Entscheidungen entstehen, durch interne Prozessoptimierung wieder hereinzuholen. Wir kommen beide, mein Geschäftsführerkollege Roland Schmid und ich, ursprünglich aus größeren Unternehmen und wissen, wie wichtig strukturierte Prozesse sind. Das Thema EDI ist da ein wichtiger Baustein in unserer Gesamtstrategie zur Digitalisierung, die uns hilft, uns für die Zukunft aufzustellen.
GP: Wie läuft die Umsetzung in den Betrieben ab?
Bauer: Wir hatten im März eine Kick-off-Veranstaltung mit einem Besuch von Sanitätshaus Aktuell. Dort wurde uns vorgestellt, was die ersten Schritte sind. Und die sind schon umfangreich. Man muss schauen, welche Vorbereitungen in der Branchensoftware getroffen werden müssen, damit der Datenfluss optimal läuft. Das haben wir nach dem Kick-off vorbereitet und sind dann Ende Mai mit ausgewählten Lieferanten in unserer Hauptfiliale gestartet, um erst einmal zu sehen, wie das Thema läuft und was wir intern noch tun müssen.