Die Diskussion um die Wiedereinführung von Ausschreibungen für standardisierte Hilfsmittel stößt in der Branche auf Kritik. Die Sanitätshaus Aktuell AG verweist darauf, dass die erhofften Einsparungen in der Praxis häufig nicht realisiert werden. Stattdessen drohten Effizienzverluste, die sich auf die gesamte Versorgung auswirken.
Ein Blick auf die Ausgabenstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verdeutlicht laut Unternehmen die Relationen: Während die Krankenhauskosten mit über 100 Milliarden Euro den größten Anteil ausmachen, liegt der Hilfsmittelbereich bei unter vier Prozent. Gleichzeitig steigen die Kosten im stationären Bereich deutlich stärker.
„Wenn sich Entlassungen verzögern, weil die Versorgung durch verschiedene, schwer zu koordinierende Akteure organisiert werden muss statt durch ortsnahe Strukturen aus einer Hand, entstehen sofort Mehrkosten“, erklärt Dr. Sonja Schaible, Aufsichtsratsvorsitzende der Sanitätshaus Aktuell AG. Ein zusätzlicher Krankenhaustag koste im Schnitt über 1.000 Euro – deutlich mehr als viele Hilfsmittel, die über Jahre genutzt werden.
Komplexe Versorgung statt reiner Produkteinkauf
Kritisch sieht das Unternehmen auch die Vergleichbarkeit von Studienergebnissen, die zur Begründung von Ausschreibungen herangezogen werden. So verweist die Sanitätshaus Aktuell AG auf eine Studie aus dem Krankenhausbereich, deren Ergebnisse nicht auf die Hilfsmittelversorgung übertragbar seien.
„Die Ergebnisse lassen sich nicht auf die Hilfsmittelversorgung übertragen. Hier geht es nicht um einen reinen Produkteinkauf für Fachkreise, sondern um einen komplexen Versorgungsprozess im häuslichen Umfeld – ein Zusammenspiel aus Dienstleistung, Betreuung und funktionierenden Abläufen im Alltag der Patientinnen und Patienten“, erklärt Prokuristin Anja Faber-Drygala.
Darüber hinaus sieht das Unternehmen die Gefahr, dass Ausschreibungen gewachsene regionale Versorgungsstrukturen schwächen könnten. Gerade diese seien jedoch entscheidend für eine schnelle und verlässliche Patientenversorgung. „Entscheidend ist, dass Versorgung im Alltag funktioniert“, so Faber-Drygala. „Dafür braucht es eingespielte Abläufe, klare Zuständigkeiten und Ansprechpartner vor Ort.“
Die Sanitätshaus Aktuell AG spricht sich daher für Lösungen aus, die bestehende Strukturen stärken und Versorgungsprozesse vereinfachen, anstatt zusätzliche Komplexität zu schaffen.