logo

Wundbehandlung

Fristverlängerung für moderne Verbandmittel?

Fristverlängerung für moderne Verbandmittel? Juliane Pohl (Foto: BVMed)

Streitpunkt Verbandmittel-Definition: Der BVMed begrüßt eine aktuelle Stellungnahme des Bundesrats zu den Erstattungsregelungen für sonstige Produkte zur Wundbehandlung.

Der Bundesrat spricht sich in einer Stellungnahme zum Gesundheitsversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (GVWG) dafür aus, die Übergangsfrist zur Verordnung von sonstigen Produkten zur Wundbehandlung von zwei auf drei Jahre zu verlängern. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) begrüßt die Initiative zur Verlängerung der Erstattungsregelungen für moderne Verbandmittel. „Es ist für die sichere Versorgung der Patientinnen und Patienten absolut notwendig, die Frist für neue Nutzennachweise auf drei Jahre zu verlängern“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Nach einer neuen Verbandmittel-Definition des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) müssen derzeit „sonstige Produkte zur Wundbehandlung“ in Abgrenzung zu „Verbandmitteln“ nach einer einjährigen Übergangsfrist in aufwändigen klinischen Studien neu zugelassen werden. Erst dann werden sie durch die Gesetzliche Krankenversicherung erstattet. Mit dem Entwurf zum GVWG soll diese Frist auf zwei Jahre angehoben werden. „Die vom Bundesrat nun vorgeschlagene längere Drei-Jahres-Frist ist das Minimum für eine praktikable Lösung“, so BVMed-Expertin Juliane Pohl.

„Studiennachweise benötigen Zeit“

Betroffen von der Übergangsfrist in der Arzneimittel-Richtlinie des G-BA vom Dezember 2020 sind hunderte Wundauflagen – vor allem silberhaltige und antimikrobielle Verbandmittel. „Die geforderten Studiennachweise benötigen viel Zeit, um Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu finden, weil es sich um die teils sehr spezielle Versorgung von akuten und chronischen Wunden handelt. Dafür sind sehr aufwändige Studiendesigns nötig. Außerdem verhindert die Corona-Pandemie derartige Studien derzeit fast vollständig“, so der BVMed. „Diese Verbandmittel haben sich in der Praxis seit Jahren bewährt. Sollten sie nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden, droht eine gravierende Versorgungslücke insbesondere bei chronischen Wunden.“

Sollte die vom Bundesrat geforderte Fristverlängerung Eingang in das GVWG finden, bleiben die geforderten Nutzennachweise aus Sicht des BVMed allerdings eine Herausforderung. „Bisher gibt es vom G-BA keine Informationen zu den Nachweisprozessen, keine Anträge oder klare Bewertungskriterien. Somit können die betroffenen Hersteller weiterhin noch gar nicht tätig werden, um die neuen Zulassungskriterien zu erfüllen“, so Pohl.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  • BVMed-Akademie erhielt AZAV-Zertifizierung
  • Vakuumversiegelungs-Therapie ab 1. Oktober ambulant zugelassen
  • BVMed gründet eigene Akademie
Tobias Kurtz / 12.02.2021 - 13:00 Uhr

© Sternefeld Medien GmbH