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GKV schloss 2015 mit Verlust ab

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im Jahr 2015 ein Minus von 1,14 Mrd. Euro erwirtschaftet. Ihre Gesamtreserve betrug zum Jahreswechsel 2015/2016 rund 24,5 Mrd. Euro.

Bei den Heilmittelausgaben verbuchten die Krankenkassen einen überproportionalen Ausgabenanstieg von 6,5 Prozent je Versicherten; bei den Hilfsmittelausgaben einen geringen Zuwachs von 1,2 Prozent.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe kommentierte die Ergebnisse wie folgt: "Dass die Versicherten durch niedrigere Zusatzbeiträge um knapp 900 Mio. Euro entlastet werden konnten, zeigt die insgesamt gute Finanzlage der Kassen. Mit Reserven von rund 24,5 Mrd. Euro steht die Gesetzliche Krankenversicherung weiter auf einer stabilen Grundlage. Das ist auch das Ergebnis einer sorgfältig abwägenden Gesundheitspolitik, die Einnahmen und Ausgaben gleichermaßen im Blick behält."

Die Entwicklung des Jahres 2015 biete auf Basis der bei den Krankenkassen und dem Gesundheitsfonds vorhandenen Finanzreserven eine solide und in dieser Form vom Schätzerkreis auch erwartete Ausgangsbasis für die Finanzentwicklung der GKV in 2016 und in den Folgejahren, teilt das Bundesgesundheitsministerium mit. Auf Basis der Mitte Oktober 2015 vom GKV-Schätzerkreis erfolgten Prognosen ergebe sich für dieses Jahr zur Deckung der laufenden Ausgaben der Krankenkassen eine moderate Anpassung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes um 0,2 Prozentpunkte. Dabei seien z.B. eine Förderung der sektorenübergreifenden Versorgung, mehr Personal, bessere Versorgung in Krankenhäusern, Verbesserungen in der Hospiz- und Palliativversorgung berücksichtigt.

Die AOKen verbuchten bei Finanz-Reserven von rund 6,4 Mrd. Euro einen Überschuss von rund 9 Mio. Euro. Bei den Ersatzkassen überstiegen bei Finanz-Reserven von rund 4,3 Mrd. Euro Ende 2015 die Ausgaben die Einnahmen um rund 532 Mio. Euro; bei den Betriebskrankenkassen (Finanz-Reserven 2,1 Mrd. Euro) um 287 Mio. Euro und bei den Innungskrankenkassen (Finanz-Reserven 1,1 Mrd. Euro) um rund 346 Mio. Euro.

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Tobias Kurtz / 04.04.2016 - 10:40 Uhr

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