Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind im ersten Halbjahr 2025 erneut deutlich gestiegen. Laut aktuellen Kennzahlen des GKV-Spitzenverbands, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegen, beliefen sich die Gesamtausgaben der 94 gesetzlichen Krankenkassen auf 166,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 7,95 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Besonders stark fiel der Anstieg bei den Krankenhauskosten aus: Mit einem Plus von 9,6 Prozent lagen die Ausgaben für stationäre Behandlungen erstmals bei 54,5 Milliarden Euro. Damit übertreffen sie sogar die Erhöhungsrate des Vorjahreszeitraums (7,9 Prozent). Auch die Ausgaben für ärztliche Leistungen stiegen um 7,8 Prozent auf 27,0 Milliarden Euro, während für Arzneimittel 28,9 Milliarden Euro (+6 Prozent) aufgewendet wurden.
Trotz dieser Entwicklung wiesen die Krankenkassen zur Jahresmitte einen Überschuss von 2,8 Milliarden Euro aus. Bereits Ende März lag der Überschuss bei 1,8 Milliarden Euro.
Finanzdruck bleibt trotz Überschuss bestehen
Der Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, warnt dennoch vor zu viel Optimismus: „Aber das sollte niemanden beruhigen. Die Ausgabendynamik ist im ersten Halbjahr ungebrochen.“ Der Überschuss sei notwendig, um die gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen wieder aufzufüllen. Diese waren in den vergangenen Jahren stark abgebaut worden.
Blatt betont zudem: „Gerade mit Blick auf die dynamische Ausgabenentwicklung ist aber noch offen, ob das gelingen kann.“ Um die Finanzlage der GKV langfristig zu stabilisieren, forderte er sowohl kurzfristige Maßnahmen als auch grundlegende Strukturreformen. Ziel müsse es sein, die Versorgung spürbar zu verbessern – etwa durch schnellere Arzttermine – und gleichzeitig die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht weiter auseinanderklaffen zu lassen.
„So kann es nicht weitergehen, solche Steigerungsraten hält kein Gesundheitssystem der Welt auf Dauer aus“, so Blatt gegenüber der dpa. Ein Ausgabenmoratorium sei daher ebenso notwendig wie strukturelle Veränderungen im System.