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Hilfsmittel

GKV-Spitzenverband legt Mehrkostenbericht vor

GKV-Spitzenverband legt Mehrkostenbericht vor Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbands (Foto: GKV-Spitzenverband)

Die überwiegende Mehrheit der GKV-Versicherten erhält ihre Hilfsmittel ohne Mehrkosten. Zwei Drittel der Mehrkosten entfallen auf einen Versorgungsbereich.

82 Prozent der GKV-Versicherten werden mehrkostenfrei mit Hilfsmitteln versorgt. 18 Prozent zahlen durchschnittlich 118 Euro dazu. Zu diesem Ergebnis kommt der erste Bericht des GKV-Spitzenverbandes über die von GKV-Versicherten gezahlten Mehrkosten bei Hilfsmitteln. Dieser soll von nun jährlich zum 30. Juni erscheinen.

Der Mehrkostenbericht soll für Transparenz über gezahlte Mehrkosten bei Hilfsmitteln sorgen. Ausgewertet wurden 85 Prozent der Abrechnungsdaten von Versorgungsfällen aus dem zweiten Halbjahr 2018. Insgesamt handelt es sich um 15,3 Millionen Hilfsmittelversorgungen mit einem Ausgabevolumen um die 3,9 Mrd. Euro.

Für 2,5 Millionen Hilfsmittelversorgungen (18 Prozent) wurden rund 303 Mio. Euro Mehrkosten dokumentiert – zwei Drittel davon nur für Hörhilfen (rund 198 Mio. Euro).

„Natürlich wird sich ein Teil unserer Versicherten auch weiterhin auf eigenen Wunsch für eine Versorgung mit Mehrkosten entscheiden. Wir wollen jedoch, dass diese Entscheidung für oder gegen Mehrkosten bewusst gefällt wird. Kassen und Leistungserbringer müssen somit ein mehrkostenfreies Angebot vertraglich sicherstellen und umfassend beraten. Unsere Versicherten möchten wir anregen, sich auch selbst stärker zu informieren“, so Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

Hintergrund

Im April 2017 hat der Gesetzgeber mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) mehrere neue Maßnahmen beschlossen, um das Sachleistungsprinzip der gesetzlichen Krankenkassen und die Versichertenrechte zu stärken. Seitdem sind die Kassen angehalten, in den Verträgen mit den Leistungserbringern eine hinreichende Anzahl von mehrkostenfreien Hilfsmitteln festzulegen. Die Leistungserbringer müssen GKV-Versicherten mehrkostenfreie Hilfsmittel anbieten und diese über ihren Versorgungsanspruch (Sachleistungsprinzip) informieren.
Wünschen Versicherte eine zusätzliche Leistung außerhalb des Sachleistungsprinzips, sind die Leistungserbringer verpflichtet, den Krankenkassen auch die Höhe der mit den Versicherten abgerechneten Mehrkosten mitzuteilen. Diese Maßnahmen sollen für mehr Transparenz über die im Hilfsmittelbereich gezahlten Mehrkosten sorgen und langfristig dabei helfen, ungerechtfertigte Mehrkosten zu verringern.

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Tobias Kurtz / 03.07.2019 - 11:01 Uhr

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