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Hilfsmittelverzeichnis

GKV-Spitzenverband schließt Fortschreibung ab

GKV-Spitzenverband schließt Fortschreibung ab Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbands (Foto: GKV-Spitzenverband)

Der GKV-Spitzenverband hat die Überarbeitung und Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses abgeschlossen.

Der aktuelle Stand des Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelverzeichnisses entspricht den versorgungsrelevanten medizinischen und technischen Erkenntnissen und Entwicklungen, teilt der GKV-Spitzenverband mit. Damit sollen GKV-Versicherte von einem verbesserten Hilfsmittelangebot profitieren. Sie erhielten Hilfs- und qualitativ bessere Pflegehilfsmittel und hätten Zugang zu innovativen Produkten. Dies gehe aus dem zweiten Bericht zur Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses hervor, den der GKV-Spitzenverband Ende Februar 2019 dem Bundesgesundheitsministerium übergeben hat.

Von Juli 2015 bis Dezember 2018 wurden die 41 Produktgruppen überarbeitet, fortgeschrieben und aktualisiert. Das Hilfsmittelverzeichnis umfasst rund 32.500 Produkte in etwa 2.600 Produktarten. „Die Hilfsmittelversorgung für GKV-Versicherte ist auf einem hohen Niveau – auch im internationalen Vergleich“, sagt Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes. „Wir wissen natürlich, dass es weiterhin viel zu tun gibt. Deshalb sind wir kontinuierlich mit allen Akteuren im Gespräch. Neben den turnusmäßigen Fortschreibungen, die alle fünf Jahre erfolgen, werden wir wie bisher anlassbedingt Produktgruppen fortschreiben – insbesondere mit Blick auf digitale Versorgungsangebote.“

Die Überarbeitung des Hilfsmittelverzeichnisses habe zu zahlreichen Verbesserungen geführt. Mit dem motorbetriebenen und computergesteuerten Exo-Skelett könnten Querschnittsgelähmte aufstehen, sich hinsetzen, stehen und gehen. Mechatronische Fußpassteile und Kniegelenke ermöglichten Versicherten sicherer zu gehen. Mit myoelektrisch gesteuerten Armprothesen könnten Nutzer besser greifen und Gegenstände halten. Das Eigengewicht von Rollatoren darf 10 Kilo nicht mehr überschreiten. Ankipphilfen, anatomische Handgriffe sowie allseitige Reflektoren erhöhten die Sicherheit. Die Neuregelung bei der Versorgung mit Elektromobilen schreibt vor, dass der individuelle Nutzungsumfang der Versicherten zuvor ermittelt wird. So kann berücksichtigt werden, ob das Elektromobil auch im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden soll.

GKV-Spitzenverband legt Dienstleistungsanforderungen fest

Weiterhin seien mit den Dienstleistungsanforderungen Rahmenbedingungen geschaffen worden, um individuelle Versorgungsbelange der Patienten stärker zu berücksichtigen. Die Dienstleistungsanforderungen richten sich an den Leistungserbringer und umfassen den gesamten von ihm zu verantwortenden Versorgungsprozess. Sie regeln die Beratung und Auswahl des Hilfsmittels, die Abgabe des Hilfsmittels, die Einweisung in den Gebrauch und den Service.

Im Sinne des Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) dienten die Dienstleistungsanforderungen insbesondere dazu, die Beratung der Versicherten über ihre Leistungsansprüche und Versorgungsmöglichkeiten zu verbessern. So werde im Einzelfall die Versorgung im Sinne des Sachleistungsprinzips gestärkt, und GKV-Versicherte werden vor ungerechtfertigten Mehrkosten und überteuerten Hilfsmitteln geschützt. Von den Krankenkassen gestellte Hilfsmittel entsprechen den versorgungsrelevanten medizinischen und technischen Erkenntnissen und Entwicklungen.

Gernot Kiefer: „Ab sofort müssen alle Leistungserbringer GKV-Versicherte zuerst über zuzahlungsfreie, krankenkassenfinanzierte Hilfs- und Pflegehilfsmittel aufklären, bevor höherpreisige Alternativen angeboten werden dürfen. Neben der neu eingeführten Informationspflicht bietet das überarbeitete Hilfs- und Pflegehilfsmittelverzeichnis allen Versicherten eine höhere Produktqualität und gestärkte Versichertenrechte.“

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Tobias Kurtz / 26.02.2019 - 13:54 Uhr

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