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Gesetzliche Krankenversicherung

GKV verzeichnet Milliarden-Defizit

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im Jahr 2019 ein Minus von über einer Milliarde Euro eingefahren. Das teilte der GKV-Spitzenverband mit.

Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, macht „rasant steigende Ausgaben“ als Grund für das Defizit verantwortlich. Sie sei aber optimistisch, dass der Beitragssatz für die meisten Versicherten 2020 stabil bleibt. Das Minus sei „besonders alarmierend, weil die derzeit noch brummende Konjunktur für Rekordeinnahmen sorgt”, so Pfeiffer gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Auslöser für den Ausgabenanstieg, der beispielsweise im Arzneimittelbereich mit 5,6 Prozent überdurchschnittlich ist, sei einerseits der medizinische Fortschritt. Gleichzeitig gab es eine Gesetzgebung mit Mehrausgaben, die die Beitragszahler finanzieren müssen. Allein durch das Terminservicegesetz und das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz kämen auf die Krankenkassen im nächsten Jahr rund 5 Mrd. Euro an Mehrausgaben zu.

Dank der Haushaltsplanung der gesetzlichen Krankenkassen werde es in den meisten Fällen möglich sein, die Zusatzbeiträge 2020 stabil zu halten. Obwohl das Bundesgesundheitsministerium laut Verbandsmitteilung davon ausgehe, dass der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz um 0,2 Prozentpunkte steigen müsse, würden die meisten Krankenkassen das vermeiden können: Sie setzten ihre Rücklagen zur Beitragssatzstabilisierung ein.

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Tobias Kurtz / 02.01.2020 - 12:00 Uhr

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