Wie können Handwerksbetriebe qualifizierte Fachkräfte gewinnen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig an den Betrieb binden und ältere Beschäftigte dabei unterstützen, bis zur Rente gesund und arbeitsfähig zu bleiben? Antworten auf diese Fragen gibt die Studie „So gesund ist das Handwerk“, die alle zwei Jahre von der IKK classic in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln herausgegeben wird. Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln gab auf dem Kongress „Zukunft Handwerk“ am 12. und 13. März in München einen Einblick in erste Ergebnisse.
„Die Ergebnisse der Studie zeigen erneut, warum der Faktor Gesundheit bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen eine wichtige Schlüsselrolle einnimmt“, so Prof. Dr. Ingo Froböse. Den vorläufigen Ergebnissen der Studie zufolge schätzen 85 Prozent der befragten Handwerkerinnen und Handwerker ihren eigenen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. Im Vergleich dazu ist die Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes der Gesamtbevölkerung in Deutschland deutlich schlechter (69,9 Prozent).
Auch die psychische Widerstandsfähigkeit ist im Handwerk subjektiv stärker ausgeprägt, die Resilienz, der über 40-Jährigen liegt über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Der Begriff Resilienz beschreibt die Kraft der Psyche, Belastungen auszuhalten. Resilienz stärkt die persönliche Widerstandsfähigkeit im Umgang mit Stress, Konflikten und Herausforderungen im Berufsalltag. Unternehmen können Resilienz-Trainings oder Workshops zur Stressbewältigung anbieten, um vor allem auch jüngere Beschäftigte zu stärken. „Es ist wichtig, dass Führungskräfte regelmäßig für das Thema psychische Gesundheit sensibilisiert werden und ein offenes Betriebsklima fördern“, so der Sportwissenschaftler und Gesundheitsexperte.
Überdurchschnittliche körperliche Aktivität
Ein weiteres Ergebnis ist das hohe Maß an Bewegung im Arbeitsalltag: 59 Prozent der Handwerkerinnen und Handwerker erfüllen die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Ausdaueraktivitäten. Auch beim Krafttraining zeigt sich das Handwerk überdurchschnittlich aktiv.
Froböse verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Sport und Bewegung für die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit des Körpers. Unternehmen können ihre Beschäftigten mit einem aktiven betrieblichen Gesundheitsmanagement unterstützen und beispielsweise auch Anreize für zusätzliche sportliche Aktivitäten außerhalb der Arbeitszeit schaffen.
Trotz wachsender Herausforderungen durch den demografischen Wandel zeigt sich das Handwerk optimistisch: 83 Prozent der Befragten gehen davon aus, bis zur Rente arbeiten zu können. Insgesamt macht die Studie deutlich, dass insbesondere jüngere und ältere Beschäftigte im Fokus der betrieblichen Gesundheitsförderung stehen sollten, um durch gezielte Maßnahmen ihre Gesundheit und damit auch ihre Arbeitsfähigkeit nachhaltig zu stärken.