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Task Force Covid-19

Hilfsmittel-Verbände fordern Rezeptverzicht bei Folgeversorgungen

Die Hilfsmittel-Task-Force COVID-19 begrüßt die erweiterten Empfehlungen des GKV-Spitzenverbands zum Bürokratieabbau. Allerdings seien die Verwaltungsvereinfachungen bislang nicht ausreichend.

Zwar ist eine Hilfsmittelversorgung inzwischen in etlichen Fällen ohne Vorlage eines Rezepts möglich –in Notfällen oder bei der Versorgung mit Verbrauchsmitteln wie Inkontinenzhilfen etwa. Doch im großen Segment der zum Gebrauch bestimmten Hilfsmittel, wie Rollstühlen, ist für eine Folgeversorgung der Patientinnen und Patienten immer noch ein Rezept die zwingende Voraussetzung.

Deshalb fordern die in der Task-Force COVID-19 vereinigten Fachverbände, Folgeversorgungen während der Corona-Pandemie ausnahmslos von einer Verordnung zu befreien. Ebenso plädieren sie für eine vorübergehende Erhöhung der Genehmigungsfreigrenzen. Dies minimiere die Zahl der Personenkontakte im Gesundheitswesen, sichere und beschleunige die Versorgung der Betroffenen und entlaste die Krankenkassen.

Die aktuellen Empfehlungen des GKV-Spitzenverbands für alle gesetzlichen Krankenkassen zur Sicherung der Hilfsmittelversorgung vom 8. April 2020 ergänzen die bereits vorgenommenen Verwaltungsvereinfachungen und verlängern deren Gültigkeit bis zum 30. Juni 2020. Zusätzlich befürwortet der GKV-Spitzenverband weitere Regelungen, wie bereits von der Task-Force COVID-19 gefordert.

Die neuen Änderungen im Überblick

  • Gehstock gebrochen, Bandage zerrissen? Muss ein Hilfsmittel ersetzt werden, ist unter folgenden Bedingungen kein Rezept mehr nötig: keine Abweichung zur bisherigen Versorgung, das Produkt ist nicht mehr einsetzbar bzw. defekt, die Versorgung ist nicht aufschiebbar und der Versicherte kann keine ärztliche Verordnung einholen. Eine entsprechende Erklärung des Versicherten muss dokumentiert werden.
  • Bis auf Weiteres wird auf verpflichtende Fortbildungsnachweise verzichtet, ebenso auf Lagerbegehungen der Krankenkassen zur Prüfung des Kasseneigentums. Überschreitungen vertraglich vereinbarter Rückholfristen bleiben sanktionsfrei, wenn triftige Gründe vorliegen (z.B. aufgrund von Lieferengpässen) – genauso wie bei Liefer-, Fertigungs- und Abgabefristen.

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Tobias Kurtz / 20.04.2020 - 09:34 Uhr

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