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Task Force COVID-19 der Hilfsmittelbranche

Hilfsmittelbranche warnt: Sauerstoffkonzentratoren werden knapp

Hilfsmittelbranche warnt: Sauerstoffkonzentratoren werden knapp Thomas Piel (Foto: RSR)

Die Task Force COVID-19 der Hilfsmittelbranche hat den GKV-Spitzenverband informiert, dass die Versorgung von Patienten mit Sauerstoffkonzentratoren schwieriger werde.

Auf dem Markt werden die zu der Produktgruppe 14 des Hilfsmittelverzeichnisses zählenden Sauerstoffkonzentratoren zur Mangelware. Darüber informierte die Task Force COVID-19, der führende Verbände der Hilfsmittelbranche angehören, den GKV-Spitzenverband. „In der Sorge einer Unterversorgung von Patienten sehen wir uns in der Pflicht, den GKV-Spitzenverband auf die derzeitige Mangelsituation hinzuweisen und vorausschauend alternative Versorgungsvorschläge anzubieten,“ so Thomas Piel, Geschäftsführer der Reha-Service-Ring GmbH und Mitglied der Task Force COVID-19.

„Obwohl unsere Einkaufabteilungen alles unternehmen, um noch an Ware zu kommen, rechnen wir damit, dass wir in sehr naher Zukunft unseren Lieferverpflichtungen aus den Krankenkassenverträgen nicht mehr nachkommen können“, heißt es in dem Schreiben an Carla Meyerhoff-Grienberger, Referatsleiterin Hilfsmittel beim GKV-Spitzenverband.

Damit die Patienten nicht ins Krankenhaus eingewiesen werden müssten, schlägt die Task Force eine Alternative vor. „Eine Möglichkeit ist aus unserer Sicht, dass die Versorgung mit einem Konzentrator durch Flüssigsauerstoff ersetzt wird.“ Diese Umversorgung gehe nur nach Rücksprache mit dem Arzt. „Eine erhebliche Verwaltungsvereinfachung in Corona-Zeiten wäre es, wenn ein Vermerk über die telefonische Rückfrage und Zustimmung des Arztes für die Abrechnung der Umversorgung ausreichend ist und nicht eine neue Rezeptierung erfolgen muss.“

Möglich sei auch die Umversorgung mit einem mobilen Sauerstoffkonzentrator. Dieser sei aktuell noch leichter zu beschaffen als die stationären Konzentratoren. Die mobilen Geräte seien allerdings erheblich teurer als die stationären. „Hier stellt sich für den Leistungserbringer das Problem, dass in nicht unerheblichen Verträgen Mischpauschalen für mobile und stationäre Konzentratoren vereinbart sind, bei deren Kalkulation jedoch ein Versorgungsanteil von 30% mobil und 70% stationär zugrunde liegt. Insofern müsste unseren Anschlusshäusern die Möglichkeit eröffnet werden, der GKV die Mehrkosten für ein mobiles Gerät in Rechnung zu stellen, wenn allein aufgrund der Corona bedingten Lieferengpässe statt einem stationären Konzentrator ein mobiler Konzentrator zum Einsatz kommt.“

Über die Task-Force COVID-19

In der Task-Force COVID-19 haben sich folgende Verbände zusammengeschlossen:

Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, EGROH, Nowecor, Ortheg, RSR Reha-Service-Ring, RehaVital Gesundheitsservice, Verband Versorgungsqualität Homecare, Sanitätshaus Aktuell AG und der Zentralverband Orthopädieschuhtechnik.

Gemeinsam vertreten sie Leistungserbringer in Deutschland, die mehr als 30 Millionen Patientenversorgungen jährlich verantworten und mehr als 4.500 Hauptbetriebe vertreten, die für eine wohnortnahe und qualitätsgesicherte Versorgung stehen.

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Tobias Kurtz / 09.04.2020 - 13:57 Uhr

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