Das Projekt Statamed der AOK Rheinland/Hamburg und der AOK Niedersachsen soll den stationären und ambulanten Bereich verbinden. Ab April 2024 beginnt laut einer Mitteilung der AOK die Versorgung an sechs Standorten im Rheinland, in Hamburg und Niedersachsen. Der Innovationsfonds des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) fördert das Projekt über vier Jahre mit knapp elf Millionen Euro.
Die AOK Rheinland/Hamburg und die AOK Niedersachsen richten eine neue „Kurzstationäre Allgemeinmedizin“ ein. Die sektorenübergreifende Vor-Ort- Versorgung soll Effizienzreserven heben sowie ärztliche und pflegerische Ressourcen schonen. Darüber hinaus soll Statamed Perspektiven für Kliniken in ländlichen und strukturschwachen Regionen bieten und die Notaufnahmen entlastet. Von der Verknüpfung von ambulanten Praxen, spezialisierten Kliniken und der Pflege sollen vor allem ältere, pflegebedürftige Menschen, die akute gesundheitliche Probleme haben und ärztliche Hilfe, aber keinen Transport in eine Notaufnahme benötigen, profitieren.
„Es geht darum, die Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Regionen neu aufzustellen, sodass insbesondere ältere und multimorbide Patientinnen und Patienten eine zu ihren Bedürfnissen passende, wohnortnahe Behandlung erhalten“, sagt Matthias Mohrmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „Wir entwickeln mit Unterstützung des Innovationsfonds neue Strukturen und Netzwerke, die eine qualifizierte medizinische Behandlung sichern und dabei die Lebensumstände der Menschen berücksichtigen.“
Es gehe um eine ärztliche und pflegerische „Rund-um-die-Uhr-Versorgung“ für wenige Tage in der näheren Umgebung. Akut Erkrankte und ältere Patientinnen und Patienten, die beispielsweise an akuten Infekten oder chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herzschwäche leiden, könnten so kurzstationär behandelt werden, immer in enger Anbindung an ihr häusliches Umfeld und die Hausärztin oder den Hausarzt. Wesentlich für das Funktionieren sei demnach eine kontinuierliche patientenzentrierte Kommunikation über die Sektorengrenzen hinweg.