Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Michaela Knestele, Kaufbeuren stand der komplexe ödematische Problemkreis im Kontext der Adipositas besonders im Fokus. Adipositas ist weltweit auf dem Vormarsch, auch in Deutschland steigt der Anteil der Adipösen permanent an. Aufgrund der Corona-Pandemie sei mit einer Adipositas-Welle zu rechnen. Das stelle Ärzteschaft und medizinische Leistungserbringer vor zunehmende Herausforderungen – besonders in Verbindung mit lymphologischen Erkrankungen, deren Diagnostik und Behandlung, so die Referenten.
Dr. med. Anett Reißhauer, Berlin, setzte sich zum Einstieg mit der Abgrenzung Lymphödem, Lipödem, Lipohypertrophie und Adipositas auseinander und stellte neue Erkenntnisse zum Lipödem vor. Dysproportionale Fettgewebevermehrung, Symmetrie, Neigung zu Hämatomen, Druckschmerz und Adipositas als Hauptrisikofaktor sprechen für ein Lipödem. Die differentialdiagnostische Abgrenzung sei gerade bei gleichzeitiger Adipositas schwierig. Im Rahmen einer Studie wurde untersucht, wie viel Prozent der vorgestellten Patientinnen und Patienten tatsächlich ein Lipödem haben und wie man auf das Lipödem aufmerksam wurde. Lipödem ohne Adipositas sei selten und Lipödem sei seltener als angenommen – bei 89% der vorgestellten Patientinnen und Patienten könne ein Lipödem ausgeschlossen werden. Mit der Therapie sollte so früh wie möglich begonnen werden. Kompression sei das A und O. Gewichtsstabilisierung bei Adipositas-Komponente und Bewegung seien ebenso wichtig.
Das Symposium fand als hybride Veranstaltung mit mehr als 200 Teilnehmenden in Präsenz – u.a. acht Besucher aus Brasilien – und über 150 registrierten Online-Interessenten aus elf Nationen statt – neben Deutschland auch aus der Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Bulgarien, Rumänien, Türkei, Kuweit, Kenia, Nigeria und Mauritius.
Juzo spendet für Lymphologie-Forschung
Im Rahmen des Symposiums überreichte Roger Willms, Bereichsleiter Strategie bei Juzo, einen Scheck über 5.000 Euro an die Deutsche Gesellschaft für Lymphologie zur Förderung von Forschung und Wissenschaft.