logo

Menschen mit Behinderung

Krankenhausversorgung: Start frei für spezielle Qualitätsverträge

Der Weg für spezielle Qualitätsverträge zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen ist frei. Der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) haben eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

Die Qualitätsverträge nach § 110a SGB V ermöglichen es den Vertragspartnern vor Ort ergänzende Qualitätsanforderungen zu vereinbaren, teilen der GKV-Spitzenverband und die DKG mit. Denkbar sei auch, neue Versorgungsformen mit individuell zu verhandelnden Finanzierungsmodellen vertraglich zu vereinbaren. Ob damit tatsächlich eine Weiterentwicklung der Qualität in den Krankenhäusern einhergeht, soll durch eine begleitende wissenschaftliche Untersuchung geklärt werden.

Das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) sieht vor, dass die Wirksamkeit der Qualitätsverträge zunächst an vier Leistungsbereichen erprobt werden soll. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat hierzu folgende Themen beschlossen:

  • Endoprothetische Gelenkversorgung
  • Prävention des postoperativen Delirs bei der Versorgung von älteren Patienten
  • Respiratorentwöhnung von langzeitbeatmeten Patienten
  • Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen im Krankenhaus

Die Rahmenvereinbarung legt nun die von den regionalen Vertragspartnern verbindlich einzuhaltenden Bedingungen fest, die für eine aussagekräftige Evaluation der Qualitätsverträge durch das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) erforderlich sind. Wesentliche inhaltliche Vorgaben ergeben sich dabei aus dem Evaluationskonzept des Instituts. Dort sind u. a die auf Basis bestimmter Qualitätsziele entwickelten Evaluationskennziffern für die unterschiedlichen Themen definiert.

Für das Thema „Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen im Krankenhaus“ konnten diese Kennziffern noch nicht festgelegt werden. Denn gerade dort seien sehr unterschiedliche neue Konzepte zu erwarten, die speziell darauf abgestimmte Messgrößen erforderlich machen. Um gemeinsam die Evaluationskennziffern für solche konkreten Vertragsprojekte zu entwickeln, werde es im September einen Workshop des IQTIG geben. Der Workshop richtet sich an potenzielle Vertragspartner, Patientenvertreter und Experten.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  • Prävention in Pflegeheimen gewinnt an Bedeutung
  • RehaKIND beklagt „Schildbürgerstreich“ des GKV-Spitzenverbands
  • Krankenhausversorgung: Was die neuen Qualitätsverträge leisten sollen
Tobias Kurtz / 16.08.2018 - 09:38 Uhr

© Verlag Sternefeld GmbH & Co KG