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Menschen mit Behinderung

Krankenhausversorgung: Was die neuen Qualitätsverträge leisten sollen

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband hat fünf Bereiche definiert, in denen sich die Krankenhausversorgung von Menschen mit Behinderungen verbessern muss.

Seit dem 15. August 2018 können Krankenhäuser und -kassen Qualitätsverträge zur besseren Patientenversorgung anbahnen. Ein Bereich dieser Qualitätsverträge stellt die Versorgung von Menschen mit geistigen Behinderungen oder schweren Mehrfachbehinderungen dar. Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) sieht laut einer Mitteilung in fünf Punkten Handlungsbedarf:

Strukturiertes Aufnahmemanagement
Häufig stelle bereits die Krankenhausaufnahme von Menschen mit geistigen Behinderungen oder schweren Mehrfachbehinderung eine große Herausforderung sowohl für Patienten als auch das zuständige Personal dar. So falle es dieser Patientengruppe oft schwer, sich an eine neue Umgebung anzupassen. Gleichzeitig sei es für die betreuenden Ärzte und das Pflegepersonal oft schwierig, eine richtige Schmerzdiagnostik mit den Patienten durchzuführen und das Krankheitsbild korrekt einzuordnen. Daher müssten Ärzte und Pfleger bereits bei der Aufnahme dieser Patienten mehr Zeit für die Betreuung haben. Auch müsste möglich sein, eine vertraute Bezugsperson für den Menschen mit geistigen Behinderungen oder schweren Mehrfachbehinderung mit aufzunehmen. Dies erleichtere die Eingewöhnung und die Kommunikation zu Beginn des Aufenthalts im Krankenhaus.

Bezugsperson im Krankenhaus
Menschen mit geistigen Behinderungen haben oft Schwierigkeiten, sich an neue Personen zu gewöhnen. Umso wichtiger sei es, dass diese sie während eines Krankenhausaufenthaltes eine Bezugsperson haben, die sich verstärkt um sie kümmern kann. Diese Person müsse entsprechend qualifiziert sein und genügend Zeit haben, um die fachgerechte Versorgung sicherstellen zu können. So müsse es ihr möglich sein, Ansprechpartner für sämtliche Fragen zu sein, den Krankenhausaufenthalt zu koordinieren und stets für den Patienten zur Verfügung zu stehen. Es müsse sich dabei allerdings nicht zwangsweise um eine interne Pflegekraft aus dem Krankenhaus handeln.

Kommunikation
Oft falle es schwer, das Krankheitsbild von Menschen mit Behinderungen richtig zu diagnostizieren, einzuschätzen und zu behandeln, da zum Beispiel die Äußerung von Schmerzen für diese Menschen eine große Herausforderung darstellt. Daher müsse unter anderem die Möglichkeit geschaffen werden, bei komplizierten Fällen Fallkonferenzen einberufen zu können. In diesen könnten sich mehrere Experten über das weitere Vorgehen austauschen, damit der Patient die bestmögliche Versorgung erhält.

Strukturiertes Entlassungsmanagement
So schwer es vielen Menschen mit Behinderungen falle, sich in eine neue Umgebung einzugewöhnen, so schwer falle es ihnen auch, sich aus einer gewohnten Umgebung zu verabschieden. Deshalb müsse auch die Entlassung auf die individuellen Bedürfnisse dieser Patientengruppe angepasst und zusätzliche Zeit eingeräumt werden. Auch müsse gewährleistet sein, dass die Patienteninformationen des Krankenhausaufenthaltes in die betreuende Einrichtung und zum behandelnden Arzt vor Ort zurückfließen. Nur so könne eine hochwertige Weiterversorgung nach dem Krankenhausaufenthalt garantiert werden. Es dürfe keine Lücke in der Behandlungskette dieser Patienten entstehen. Hierfür müssten neue Bedingungen geschaffen werden, die über die bislang bestehenden Regelungen für das Entlassungsmanagement aus dem Oktober 2017 hinausgehen.

Aus-, Fort- und Weiterbildung
Um Menschen mit Behinderungen eine optimale Versorgung zu gewährleisten, sei es nötig, dass das Krankenhauspersonal regelmäßig fachlich geschult wird. Aus diesem Grund seien Aus-, Fort- und Weiterbildungen in diesem Bereich ungemein wichtig, um die Qualität der Versorgung zu sichern. Es sollte vonseiten der Krankenhausträger verbindlich vorgegeben werden, wie und in welchem Umfang die Mitarbeiter an solchen Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen müssen.

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Tobias Kurtz / 16.08.2018 - 10:03 Uhr

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