Durch die Auswertung von Real-World-Daten ermöglicht Lindera laut einer Mitteilung erstmals eine präzise Sturzrisikostratifizierung (Fall Risk Score, FRS) für pflegebedürftige Menschen. Die in der Fachzeitschrift „JMIR Aging – Journal of Medical Internet Research“ veröffentlichte Studie zeigt, wie Sturzrisiken mit Hilfe eines Ampelsystems identifiziert und durch gezielte Maßnahmen minimiert werden können. Die neuen Erkenntnisse basieren auf Daten von über 600 Bewohnerinnen und Bewohnern aus Pflegeheimen.
Die Lindera Mobilitätsanalyse-App nutzt Smartphone-Kameras zur Bewegungsanalyse und kombiniert diese mit einem digitalen Fragebogen, um Sturzrisikofaktoren zu erfassen. Anschließend bietet sie eine ausführliche Analyse und gezielte Maßnahmen zur Sturzprävention an, um Sturzrisiken aktiv zu reduzieren und mobil im Alter zu bleiben.
Die Mobilitätsanalyse setzt auf definierte Schwellenwerte, die Sturzrisiken eindeutig kategorisieren: Ein FRS von 45% weist auf ein hohes Sturzrisiko innerhalb der nächsten sechs Monate hin, 32% und 24% auf ein Sturzrisiko innerhalb von 12 bzw. 24 Monaten. Diese Schwellenwerte sollen Pflegekräften eine Grundlage für präventive Maßnahmen bieten
„Gegen Stürze im Alter gibt es weder einen Impfstoff noch eine Pille. Nur eine fundierte Analyse der Risikofaktoren und entsprechende Maßnahmenentscheidungen können helfen, das Risiko zu senken. Hier setzen die Schwellenwerte des Fall Risk Score an“, erklärt Dr. Sónia Alves, Senior Clinical R&D Specialist bei Lindera. „Unsere Ergebnisse bieten eine klare Handlungsgrundlage, um die knappen Ressourcen in der Pflege effizienter einzusetzen.“
Prof. Dr. Johannes Zeichen, Leiter des Endoprothetikzentrums am Johannes Wesling Klinikum Minden, ergänzt: „In einer Zeit, in der uns immer weniger Pflegekräfte zur Verfügung stehen, ist es entscheidend, die vorhandenen Ressourcen optimal einzusetzen. Die neuen Schwellenwerte geben uns eine präzise Richtlinie, wann wir handeln müssen und wie wir das Sturzrisiko am effektivsten senken können.“
Karoline Viktoria Mielken, Leiterin der Pflegekasse bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse, betont die gesamtgesellschaftliche Bedeutung: „Wir können die Versorgung unserer alternden Gesellschaft nur dann qualitätsgesichert meistern, wenn wir die begrenzten Ressourcen bestmöglich und digital gestützt so einsetzen, dass sie tatsächlich Stürze und Kosten reduzieren, Fachkräfte entlasten und die Lebensqualität steigern.“
Franziska Müller, Mitarbeiterin Sozialer Dienst im Diana Pflegezentrum, sagt: „Die Lindera-App hilft uns, schnell und zuverlässig das Sturzrisiko unserer Bewohnerinnen und Bewohner einzuschätzen. Das Ampelsystem macht es für uns deutlich einfacher, Risiken zu erkennen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Das ist sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für das gesamte Pflegepersonal ein Gewinn.“ Das Diana Pflegezentrum im Niedersächsischen Bad Bevensen arbeitet seit 2019 mit der Lindera Mobilitätsanalyse per App.