20 Monate testete Lindera in Kooperation mit der AOK Baden-Württemberg und der Charité-Universitätsmedizin in Berlin die App in 16 Pflegeeinrichtungen. Die Ergebnisse zeigen laut Unternehmen, dass der Einsatz der App, das Sturzrisiko signifikant gesenkt hat, die Ganggeschwindigkeit verbessert wurde und die Angst der Seniorinnen und Senioren vor Stürzen abgenommen hat.
Bis zu 42 Prozent der über 70-jährigen stürzen im Verlauf eines Jahres. Das führt zu Gesundheitseinschränkungen bis hin zum Tod. Doch Mobilität im Alter zu erhalten und damit lange selbstbestimmt zu leben, ist essenziell. Und gerade bei häufiger Bewegung sind Stürze nahezu unvermeidbar.
Das Healthtech-Unternehmen Lindera hat genau für dieses Hindernis von aktivem Altern eine App entwickelt – die Lindera Mobilitätsanalyse, kurz SturzApp, die mit künstlicher Intelligenz (KI), basierend auf dem Expertenstandard und problemlos integriert in das Pflegedokumentationssystem.
In Zusammenarbeit mit der AOK Baden-Württemberg wurde die Sturz-App nun über einen Zeitraum von 20 Monaten in 16 stationären Pflegeeinrichtungen des Bundeslands getestet. 566 Mobilitätsanalysen wurden mithilfe der App im Laufe des Projekts durchgeführt. Die anschließende Auswertung durch die Charité-Universitätsmedizin in Berlin zeigte überzeugende Ergebnisse.
Für die Analyse wurden App-Daten von 94 Seniorinnen und Senioren und Feedbackfragebögen von 16 Pflegekräften und 24 Seniorinnen und Senioren evaluiert. Die Daten zeigen signifikante Verbesserungen nach dem Einsatz der Lindera Mobilitätsanalyse. Der Sturzgrad reduzierte sich um 17,8 Prozent von Erst- zu Folgeanalyse. Die Ergebnisse waren dabei unabhängig von der Subgruppe. Zu den Teilnehmenden gehörten auch 43 Prozent mit Demenz und 76 Prozent, die ein Hilfsmittel wie Gehstock oder Rollator nutzten.
Auch die Anzahl der Stürze mit Verletzungsfolge oder anschließenden Krankenhausaufenthalten verringerte sich. Die Ganggeschwindigkeit verbesserte sich um 16 Prozent von Erst- zu Folgeanalyse und auch die Sturzangst und die damit einhergehende psychische Belastung verringerte sich signifikant um 38 Prozent.
Auch die Motivation stieg an: 92 Prozent von ihnen haben damit begonnen, Maßnahmen zu planen, um ihre Gesundheit in den bestehenden Strukturen weiter zu fördern. 81 Prozent der Pflegekräfte bewertete den Einsatz der App als effektiv.
„Diese Zahlen zeigen uns, wieviel Potential für künstliche Intelligenz und andere Big Data-Lösungen im Gesundheitswesen liegen. Zum einen für die direkte Verbesserung der Lebensqualität, zum anderen aber auch für eine Produktivitätssteigerung und Optimierung der Situation für Fach- und Pflegekräfte in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus.“
Diana Heinrichs, CEO und Co-Founder von Lindera
Sturzrisiken systematisch senken
Die Lindera Mobilitätsanalyse, kurz SturzApp, ermittelt das individuelle Sturzrisiko nach eigenen Angaben einfach und präzise per App auf dem Smartphone oder Tablet. Das diagnoseunterstützende Verfahren beruht auf dem Expertenstandard Sturzprophylaxe. Die 3D-Bewegung zur Ermittlung des Gangbilds wird mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ermittelt. Über eine Videoaufnahme von ca. 30 Sekunden und einem Fragebogen ermitteln unsere patentierten Algorithmen das individuelle Risiko auf einer Skala von 0 bis 100. Hilfsmittel wie Rollator oder Gehstock sind erlaubt.
Die resultierende Analyse gibt personalisierte Empfehlungen zur Sturzprävention und den Erhalt der Mobilität im Alter. Mit der wiederholten Anwendung lassen sich Entwicklungsverläufe darstellen und Systematiken entwickeln, um gezielt am Mobilitätserhalt und der Sturzvermeidung zu arbeiten. Die Lindera Mobilitätsanalyse ist ein CE gekennzeichnetes Medizinprodukt.